Neuerscheinungen

Belletristik


Jürgen Beuschel
Hochzeit in Las Cañas
Erzählungen
Hardcover, 21,5 x 13,5 cm, 232 Seiten, 16,90 €
ISBN 978-3-89998-373-9

Jürgen Beuschel schlägt in seinen drei Geschichten sowohl ernste als auch humorvolle Töne an. Im Mittelpunkt stehen dabei stets zutiefst menschliche Bedürfnisse, Träume und Verhaltensweisen, konfrontiert mit den oft überraschenden Tücken und Schwierigkeiten des Alltags.
So schildert er in der ersten Erzählung mit einem Augenzwinkern, wie sich der Leiter eines örtlichen Angelclubs einer Schar an tierischen und menschlichen Widersachern gegenüber sieht. Ob Fischreiher, die ewig mahlenden Mühlen der Bürokratie, moderne Technik oder Umweltschützer – sie alle scheinen für den unbändig engagierten und schon etwas betagten Protagonisten eine nur schwer zu überwindende Herausforderung zu sein und lassen ihn oft an der Sinnhaftigkeit seiner Anstrengungen zweifeln.
Die zweite Geschichte erzählt von einem stolzen Vater, dessen Sohn sich ein neues Leben in Südamerika aufbauen will. Sie lässt den Leser an den Reflexionen des Vaters teilhaben, der sich plötzlich – das Zurückgelassen werden im Alter vor Augen – mit der Thematik des Auswanderns auseinandersetzen muss.
Auf eine Reise in den Iran, eine der ältesten Wiegen menschlicher Zivilisation, nimmt uns der Autor in der dritten Geschichte mit. Ein be- und verzaubernder Gesang in einer Moschee berührt den Erzähler zutiefst. Das nachhaltige Klangerlebnis lässt ihn über die Wirkung von Musik im ideologischen und historischen Kontext sinnieren.



Jan De Piere
Auf zu neuen Ufern in den Fläming
Historischer Roman
Broschur, 12,5 x 19,0 cm, 204 Seiten, 12,90 €
ISBN 978-3-89998-356-2

Im 12. Jahrhundert hatten Albrecht der Bär und Erzbischof Wichmann große Teile der ehemaligen germanischen Regionen jenseits der Elbe zurückerobert. Die slawischen Völker, die dort lebten, wurden entweder dezimiert oder geduldet. Die neuen Machthaber brauchten aber fleißige Bauern und Handwerker um das Land zu bevölkern, und die fanden sie vor allem in Flandern. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zogen zahllose flämische Familien in das Gebiet jenseits der Elbe, wo sie als freie Unternehmer eine neue Existenz aufbauten.
Das ist alles lange her, aber das Gebiet mit dem Namen Fläming südwestlich von Berlin erinnert noch an die Einwanderung der Flamen. Wie war das damals? Wie ist man gereist? Wie haben die Einwanderer ihre neuen Dörfer gebaut? Der Autor macht das anschaulich an Hand von zwei Erzählungen. In der ersten reist eine flämische Familie aus dem 21. Jahrhundert in den Fläming, und zugleich erleben die Familienmitglieder in einem Videofilm wie eine Familie aus ihrem Dorf an der belgischen Küste um 1170 auswandert und sich in der Nähe von Jüterbog niederlässt. In der zweiten Geschichte gründen Flamen aus Lichtervelde in Flandern ein neues Dorf Lichterfelde zwischen Jüterbog und Dahme. Es sind jeweils junge Leute, die die Geschichte tragen. Auch in der zweiten Erzählung ist der 21. Jahrhundert nicht weit weg, da die Hauptfigur Anna von Zukunftsvisionen überfallen wird, die ihr Angst machen. Dennoch gelingt es ihr und ihrer Familie im Osten eine neue Existenz aufzubauen.
Vor diesem historischen Hintergrund erleben die Auswanderer viele Abenteuer, schöne und traurige Momente, wie üblich in einem Menschenleben. Die Geschichte eignet sich für Leser aller Generationen, sie können sich mitreißen lassen vom einfachen Erzählstil und dem Humor, mit dem die Auswanderung beschrieben wird. Der Autor Jan De Piere ist selbst ein Flame, der seine Bücher aber häufig in deutscher Sprache schreibt und sich im Fläming sehr gut auskennt.



Vadim Fadin
Wer nach den Wolken schaut

Broschur, 12,5 x 17 cm, 244 Seiten, 12,90 €
ISBN 978-3-89998-370-8

Dieser Sammelband präsentiert erstmals für deutschsprachige Leser das vielseitige Schaffen des in Berlin lebenden, bekannten russischen Lyrikers und Schriſtstellers Vadim Fadin. Der Band zeigt eine Auswahl seiner Werke in verschiedenen Genres: die Novelle „Wer nach den Wolken schaut“, Auszüge aus Romanen, Essays und natürlich Gedichte.
Das Buch enthält zudem eine Rezension von Ilse Tschörtner zum Roman „Sieben Bettler unter einer Bettdecke“ sowie einen Artikel des Dichters und Gelehrten M. Plastow über den philosophischen Gehalt von Fadins Prosa und Lyrik. Im Anhang findet sich ein Text über den literarischen Salon „Bei Fadins“. Vadim Fadin ist Mitglied des International PEN-Clubs, des Moskauer Schriſtstellerverbands und des Verbands Deutscher Schriſtsteller (VS). Er wurde in Moskau geboren und lebt seit 1996 in Berlin.
In Russland erschienen von ihm vier Gedichtbände („Wege der Bäume“, „Der Strich“, „Der Faden des Daseins“, „Das versinkende Gedächtnis“), vier Romane („Das Heulen der Hirten“, „Sieben Bettler unter einer Bettdecke“, „Schnee zum Verkauf im Süden“, „Der Knabenchor“), und Prosabände („O Mozart, Mozart!“, „Die Umstände des doppelten Lebens“, „Die Landschaſt im Fenster vis-à-vis“ und „Mädchen auf den Ball“). Vadim Fadin erhielt den Aldanow-Preis 2008 für beste russische Novelle (New York) und das Ehrendiplom „Silberne Letter“ für „sorgsamen Umgang mit der russischen Sprache“ (Sankt Petersburg). Er ist Träger der Medaille „Für besondere Verdienste“ und des Ordens „Silberner Adler“.


 
Karola Beck
Kulissenwechsel
Roman
Broschur, 14,8 x 21 cm, 22,90 €
ISBN 978-3-89998-368-5

Eine Geschichte von Krieg und Vertreibung, von Entwurzelung und der Suche nach neuen Werten und von einer erschreckenden Skrupellosigkeit.
Von der arisierten Wohnung in Schlesien bis zum Stasiapparat in Ostberlin durchläuft Mechthild, an deren Denk- und Handlungsweise sich ein Stück deutscher Geschichte sehr anschaulich schildern lässt, alle Etappen, die Segel immer nach dem Wind ausgerichtet, der von oben pfeift. Aus dem Blickwinkel eines Kindes allerdings, das bei allem Drill seine eigenen Prioritäten setzt, werden fanatische Eiferei und rotgefärbtes Wortgeklingel zur völligen Groteske und bringen die Verlogenheit eines ganzen Systems sichtbarer zum Ausdruck als jede noch so massive Anklage.

Eine Persiflage? Gewiß, doch vor allem ist es die Geschichte eines betrogenen Kindes, das auf seine Weise nach der Wahrheit sucht.



Zlatimir Kolarov
Mitternachtsetüden
Novellen
Aus dem Bulgarischen von Rumjana Zacharieva
Gebunden, 13,5 x 21,5 cm, 220 Seiten, 16,90 €
ISBN 978-3-89998-363-0

Die Protagonisten großer Schriftsteller sind die kleinen Leute. Die Sprache der großen Literatur ist natürlich und ehrlich, auch selbstkritisch – sie ist keine Qual, sondern ein Vergnügen für den Leser und für den Übersetzer. Gemessen an diesen Kriterien, ist der Autor Zlatimir Kolarov einer der Großen nicht nur der bulgarischen Literatur! Sieben geheimnisvolle Schick- sale, sieben Novellen mit nicht voraussehbarem Ende, sieben Stückchen brillanter Literatur, die uns Einblicke auch ins Liebesleben älterer Menschen gestatten.

Unkonventionelle Protagonisten mit unkonventionellem Benehmen und un- konventionellem Dasein.   -Angela Dimcheva – Lyrikerin, Literaturkritikerin, Journalistin

Gebrochene Schicksale ungebrochener Menschen.   -Dimitar Christov – Dichter

Europäische Literatur Klasse 1a.   -Borislav Boychev – Schriftsteller



Margarete Hoffend

Die fremde Frau
Erzählungen
Broschur, 13,5 cm x 21,5 cm, 324 Seiten
16,90 €, ISBN 978-3-89998-357-9
 
Zum Buch
Was bringt eine Frau dazu, ihren Mann zu töten, ohne eine Mörderin zu sein ... Was nötigt eine treue Frau, ihren eifersüchtigen Mann zu betrügen ... Was geht einem kleinen Jungen durch den Kopf, als er auf einen alten Mann trifft, der seine Eltern und Geschwister im Holocaust verloren hat ...
Die Erzählungen handeln von Ängsten und Einsamkeiten der Menschen, ihren Kämpfen, sich in einer rauen Welt behaupten zu müssen, ihren Sehnsüchten, angenommen und geliebt zu werden.
 
Zur Autorin
Margarete Hoffend wurde in Köln geboren und lebt seit 1984 in Berlin. Sie ist als Musikpädagogin und Autorin tätig. Bücher im ANTHEA VERLAG: Aschenruf / Gedichte (2019), Der betörende Schmerz der Sehnsucht / Roman (2020).



Regina Faerber

AM MEER
Alltagsgeschichten aus den Kaiserbädern an der Ostsee
Hardcover, Blockformat 29,0 x 21,0 cm, 76 Seiten, mit Audio-CD, 29,90 €
ISBN 978-3-89998-355-5

Zum Buch
Wer träumt sich nicht gerne an's Meer? Einer der schönsten Landstriche der Welt ist die Ostseeküste an der Grenze zu Polen. Links England; geradeaus Schweden – und soweit das Auge sieht: Weite See.
Auf der Insel des Lichts, wie Usedom genannt wird, befinden sich die Kaiserbäder: Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin. Im Sommer halten sich hier über eine halbe Million Touristen auf; im Winter – oder in Krisenzeiten – sind die Seebäder leer. An allen Tagen leben hier in den Orten Einheimische und Zugereiste mit ihren Geschichten. Das Leben ist unvergleichlich und federleicht: Die deutsch-österreichische Autorin und Künstlerin Regina Faerber erzählt Alltagsgeschichten aus den Kaiserbädern am Meer. Ob schlechtgelaunte Touristen, glückliche Paare oder der liebenswerte, altgediente Handwerker am Ort: "Mit den Augen der Liebe verdient alles festgehalten zu werden."
Und immer scheint eine Botschaft hindurch, die mehr ist als nur Worte. Bildhaft und in ihrer ganz eigenen Art erzählt die Autorin über Einzelschicksale und Beobachtungen des Alltags an der Küste durch die Jahreszeiten: Meisterhaft und mit einem ganz besonderen Sinn für Details. Jede einzelne Geschichte hat ihren eigenen Zauber – und eine eigene Botschaft.

Zur Autorin
Regina Faerber, 1960 in Stuttgart geboren, veröffentlichte schon zahlreiche Romane, Theaterstücke, Sach- und Jugendbücher. Ihre Arbeit mit Menschen wurde mehrfach ausgezeichnet und ist in zahlreichen Sprachen übersetzt. Sie lebt seit 2019 glücklich in Bansin.



Lutz Saltner

R E Z E C K
Bericht eines Verräters
Gebunden, 13,5 cm x 21,5 cm, 156 Seiten
14,90 €, ISBN 978-3-89998-360-9
 
Zum Buch
Nur notdürftig verschlüsselt, bietet der Text die Erinnerungen eines furchtbaren Menschen, der als Arzt eigentlich zum Helfer der Menschen bestimmt war, der als Gestapo-Spitzel dagegen mehr als einen Menschen an den Galgen oder unter die Guillotine brachte. Einen solchen Arzt hat es tatsächlich gegeben. Aus gutbürgerlichem Hause stammend, verlebte Rezeck eine sorglose, aber auch eine etwas freudlose Kindheit, wie es scheint. In der Schule muss er einige Schwierigkeiten gehabt haben, was er aber nur andeutet, wie so Vieles im Ungewissen bleibt in diesen Bekenntnissen, die jedoch keine Beichte sind und wohl auch nicht sein wollen. Vater und Großvater sind Ärzte gewesen, also wird der junge Paul Rezeck ebenfalls Arzt, beginnt sein Studium mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten, tritt im selben Jahr in die NSDAP ein, zu der er sich schon vorher hingezogen fühlte. Im Studium in Berlin trifft er namhafte Persönlichkeiten der Berliner Medizinischen Fakultät. Nicht einen Moment zweifelt er an der Richtigkeit der Sache und ist bereit, Aufgaben im Kampf zu übernehmen. Dabei ist Rezeck seinem Naturell nach alles andere als ein mutiger Kämpfer, wirkt eher heimlich und im Hintergrund. Da kommt ihm das Angebot, für die Gestapo zu arbeiten gerade recht. Er gibt sich charmant, antinazistisch und weltgewandt und dringt so unschwer in Kreise des Widerstandes ein, entlockt als Agent provocateur den sich bei Tee und Kaffee treffenden Menschen, die ihm vertrauen, so manche hochverräterischen Äußerungen und Pläne und gibt seine Informationen an die Prinz-Albrecht-Straße weiter. Verhaftungen wie die von Elisabeth von Thadden und des Solf-Kreises sind die Folge. Mit dem Blutrichter Freisler arbeitet R. gut zusammen und ist  auch sonst in Spitzelkreisen bestens vernetzt. Dass er selbst unter erheblichem Druck gestanden habe, versucht er nur den Richtern in Waldheim weiszumachen, um als Kriegsverbrecher eine mildere Strafe zu erhalten. Denn das berüchtigte Zuchthaus von Waldheim in Sachsen ist der Ort, wo Rezeck nach Verhaftung und russischen Lagern landete. Mit dieser Lagerhaft beginnen diese „Memoiren“. Sie handeln von einer beispiellosen Skrupellosigkeit, derer sich dieser Mann nicht einmal zu schämen scheint. Den Zusammenbruch, der Haft und den Prozess übersteht er mit Angst und Glück, und es fällt ihm überhaupt nicht schwer, mit den neuen Herren in der DDR zusammenzuarbeiten. Kurz zuvor hatte er noch versucht, sich in Westberlin niederzulassen, floh aber vor den dortigen Strafverfolgungsbehörden wieder in den Osten. Seine Familienverhältnisse sind etwas dubiös, er hat eine Tochter, die er an die Staatssicherheit verrät. Er hat als Arzt ein gutes Auskommen, wenngleich ihn geheimdienstliche Verwicklungen zu mehrfachen Stellen- und Wohnortwechseln zwingen. Schließlich hat er ein eigenes Haus und fährt einen „Mercedes“, selbst für einen Arzt nicht das Normale in der DDR. Seinen Lebensabend verbringt Rezeck nach der politischen Wende – es ist der vierte Systemwechsel in seinem Leben – unbehelligt, aber nicht unerkannt in einem noblen Stadtteil in Hamburg. Alles ist verjährt. Im Gegensatz zu seinen Opfern stirbt er hochbetagt in seinem eigenen Bett.

Zum Autor
Lutz Saltner wurde 1941 in Weimar geboren und stu-dierte Medizin in Leipzig und Erfurt.
Danach 1969 Promotion, 1972 Facharzt für Chirurgie, 1990 Promotion B (Habilitation in Geschichte der Medizin) an der Medizinischen Akademie „Carl Gustav Carus“ Dresden.
Tätigkeit in Klinik, Praxis, Forschung und Begutachtung, seit 2005 Ruhestand.
Arbeitsschwerpunkte: Geschichte der Chirurgie, Medizin und Literatur, Lokalgeschichte, Biographien.
Über 150 Einzelveröffentlichungen, 6 Buchbeiträge, 14 Bücher.



Monika Hürlimann
Marta
Heimat in Polen, Deutschland und in der Schweiz
Roman
Gebunden, 14,8 x 21 cm, 436 Seiten
22,90 €, ISBN 978-3-89998-361-6

Zum Buch
Die Protagonistin des Romans "MARTA. Heimat in Polen, Deutschland und in der Schweiz" flieht im Jahre 1984 im Alter von knapp fünfzehn illegal aus dem damals kommunistischen Polen nach Deutschland. "In zwei Tagen reisen wir ab, ihr teilt euch einen Koffer", sagt Mutter zu ihr und ihrem Zwillingsbruder Tomek. Marta wird aus ihrem gewohnten Leben gerissen. Doch in Auschwitz wurde der Mutter, nach ihren Worten, Schlimmes angetan. Warum also emigriert die Familie ausgerechnet in dieses Land?
Was Ende April 1984 begann, endet über viele Stolpersteine, nach Zwischenstationen unter anderem im Berlin der ersten Stunde nach der Wiedervereinigung Deutschlands schließlich in der Schweiz. Hier beginnt Marta ihr Leben als Psychiaterin, findet endlich persönliches Glück und eine Heimat.
Doch als ihre verschlossene Mutter dreißig Jahre nach der Emigration stirbt, muss sich Marta der Vergangenheit stellen. Denn es kommt eine Lüge von historischer Tragweite ans Tageslicht. Erinnerungen, Tatsachen und frühere merkwürdige Begebenheiten fügen sich plötzlich zu einem Ganzen, das nun klar und logisch erscheint.
Der mitreißende Roman verwebt Tatsachen, Wirren, und Träume miteinander und macht für den Leser ein Stück europäischer Zeitgeschichte sehr persönlich erfahrbar.

Zur Autorin
Monika Hürlimann wuchs im kommunistischen Polen auf, wo sie in den 1980er Jahren das Kriegsrecht und die Nahrungsmittelrationierung hautnah miterlebte. 1984 emigrierte sie mit ihrer Familie illegal nach Westdeutschland.
Bisher veröffentlichte sie belletristische Beiträge in Anthologien, einen Essay in einem Wochenmagazin und verschiedene Fachpublikationen als Psychiaterin.
Die Schriftstellerin interessiert sich dafür, was Menschen zu ihren Handlungen motiviert und wie es kommt, dass wir unterschiedlich mit Widrigkeiten des Lebens umgehen. Auch Fragen nach persönlichem Glücksempfinden, der Suche nach Vorbildern und Faktoren, die die innere Souveränität beeinflussen, beschäftigen sie. Diesen Themen berührt sie in ihren Geschichten. Die Autorin möchte, dass die Leser in sie eintauchen und sich auf diese Weise mit dem eigenen Lebensentwurf und dessen Umsetzung auseinandersetzen.
Monika Hürlimann betreibt heute eine eigene medizinisch-psychiatrische Praxis mit kognitv-verhaltensherapeutischem Schwerpunkt in der Schweiz. Als Forensische Psychiaterin verfasst sie außerdem strafrechtliche Gutachten für Staatsanwaltschaften und Gerichte.
Erfahren Sie mehr über die Autorin auf: www.monikahuerlimann.ch



Lutz Saltner
"HIER NICHT!"
Goethes letzte Tage
Gebunden, 13,5 cm x 21,5 cm, 100 Seiten, 14,90 €
ISBN 978-3-89998-359-3
 
Zum Buch
Ein Bauarbeiter findet im Dresdner Residenzschloss ein verdächtiges Papierkonvolut. Bevor er es den zuständigen Archivstellen übergibt, fertigt er eine Kopie, die er gegen Bares an einen unbekannten Schriftsteller verkauft. Dieser stellt eine „bearbeitete“ Fassung ins Netz und veröffentlicht sie in einem Printmedium. Da es sich hierbei um wo möglich letzte Äußerungen von Johann Wolfgang von Goethe handelt, sind sowohl Dresdner Stellen als auch die Klassikstiftung in Weimar involviert. Vertreter der staatlichen Kunsteinrichtungen beider Städte treffen sich in Dresden. Vor ihnen liegt der so genannte Goethe-Text. Im Grunde geht es darum, dass Goethe nicht in Weimar sterben wollte. Seine letzten Worte sollen dann nicht „Mehr Licht!“ sondern „Hier nicht!“ gewesen sein. Es gibt dann noch ein kurzes Nachspiel in Weimar, bevor alle zum Ende kommen und mit Brecht sagen „Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen“. Aber so ganz scheint doch noch nicht „aller Tage Abend“ zu sein...

Zum Autor
Lutz Saltner wurde 1941 in Weimar geboren und stu-dierte Medizin in Leipzig und Erfurt.
Danach 1969 Promotion, 1972 Facharzt für Chirurgie, 1990 Promotion B (Habilitation in Geschichte der Medizin) an der Medizinischen Akademie „Carl Gustav Carus“ Dresden.
Tätigkeit in Klinik, Praxis, Forschung und Begutachtung, seit 2005 Ruhestand.
Arbeitsschwerpunkte: Geschichte der Chirurgie, Medizin und Literatur, Lokalgeschichte, Biographien.
Über 150 Einzelveröffentlichungen, 6 Buchbeiträge, 14 Bücher.



Pavol Rankov
MÜTTER
Der Weg der Wölfin durch den Gulag
Roman
Broschur, 14,8 x 21,0 cm, 334 Seiten, 16,90 €
ISBN 978-3-89998-350-0
 
Zum Buch
Der Gulag ist eines der großen Dramen der Menschheit im 20.Jahrhundert!
Besonders traumatisierend war im Gulag-System der ehemaligen sozialistischen Staaten das Schicksal der Frauen, insbesondere der Mütter und ihrer Kinder. In einer Welt voller Krankheit und Tod durchlebten sie ihre ganz eigene Geschichte der Liebe, Leidenschaft, Mutterschaft und kleinen Alltagsfreuden unter schwierigsten Bedingungen.
In diesem Roman wird das Thema Gulag weniger beschrieben, sondern die Mutterschaft, die Beziehung zwischen Mutter und Kind in Extremsituationen.
Der Roman beginnt in den letzten Monaten am Ende des Zweiten Weltkrieges. In einem kleinen slowakischen Dorf wird eine junge Frau, die schwanger von einem russischen Partisan zurückgelassen wurde zu einem Verhör der sowjetischen Besatzungsmacht gebracht und wegen angeblichen Verrat in ein Lager in die UdSSR unschuldig deportiert. In diesem Lager wird sie ihren Sohn zur Welt bringen - der viele Jahre später 1953, nachdem Tod von Stalin als Sowjetbürger - ein Pioniertuch um den Hals trägt...
Das Buch war in der Slowakei ein Bestseller, über den wochenlang in den Medien berichtet wurde.
 
Zum Autor
Pavol Rankov (Jg. 1964), promovierter Bibliothekswissenschaftler, arbeitet seit 1993 ist an der Philosophischen Fakultät der Comenius Universität Bratislava tätig und lehrt dort als Dozent für Informationswissenschaften.
Er begann seine schriftstellerische Karriere mit den Erzählbänden "S odstupom casu" / Mit zeitlichem Abstand (1995), "My a oni, Oni a my" / Wir und sie, Sie und wir (2001) und "V tesnej blízkosti" / In unmittelbarer Nähe (2004). Mit fantastischer und absurden Texten lotete er darin Situationen aus, für die im menschlichen Leben Gut und Böse nebeneinander existieren.
Mit einem ähnlichen Problem beschäftigte er sich auch in seinem letzten Erzählband "Na druhej strane" / Auf der anderen Seite (2013). In den Romanen "Stalo sa prveho septembra alebo inokedy" / Es geschah am ersten September oder andernmals (2008), "Matky" / Mütter (2011) und "Legenda o jazyku" / Die Legende von der Sprache (2018) widmet er sich den Individuen im gesellschaftlich-historischen Kontext. Den Gegensatz zu diesen Romanen bildet die Dystopie zu Mitteleuropa "Svätý mäsiar" / Der heilige Metzger (2016).
Sein neuester Roman "Miesta, co nie sú na mape", Orte, die nicht in der Karte stehen (2017) spielt in der Slowakei der Gegenwart.
Der Roman "Mütter" wurde bereits ins Russische, Ukrainische, Polnische, Tschechische, Slowenische, Bulgarische und Arabische übersetzt.



Alexander Glück

Der Sankt Marxer Biedermeierfriedhof
Ein magischer Ort von Wien in Texten und Bildern
Gebunden, 21,0 x 21,0 cm, 124 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-89998-326-5

Zum Buch
Der Friedhof Sankt Marx legt auf eindrucksvolle Weise Zeugnis von der Bestattungskultur der Biedermeierzeit ab.
Die Architektur der Gräber zeigt Vielfalt und Verspieltheit. Von Bedeutung ist er durch seine künstlerischen Plastiken an vielen Grabstellen, denn sie bekunden empfindsam die Gefühle der Hinterbliebenen für ihre Verstorbenen.
Wo immer man sich hier befindet, es kann das Grab einer bedeutenden Persönlichkeit sein, vielleicht sogar das von Wolfgang Amadeus Mozart. Die üppig wuchernde Natur und das an vielen Stellen wie verzaubert wirkende Areal machen die Anlage zu einem Ort der Ruhe, an dem man auf eine Reise in die Vergangenheit, aber auch ins eigene Seelenleben gehen kann.
Der Kulturforscher Alexander Glück zeigt den Sankt Marxer Friedhof in pointierten Texten und magischen Photographien so, wie er ist: nicht nur ein Relikt aus vergangener Zeit, sondern auch dem Zeitlauf unterworfen.

Zum Autor
Alexander Glück (Jg. 1969), aufgewachsen in Wiesbaden, studierte Buchwesen, Deutsche Volkskunde und Politikwissenschaft in Mainz. Danach arbeitete er für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. Seit 2001 ist er Sachbuchautor mit den Schwerpunkten Stadtgeschichte/Unterwelt, Spendenwesen, Volkskunde, Netzkultur/Soziales. Umfangreiche Veröffentlichungstätigkeit bei vielen Zeitungen und Zeitschriften, u. a. Stern, Neue Zürcher Zeitung, Frankfurter Rundschau, Wiener Zeitung, Börsenblatt, Aus dem Antiquariat, Wiener Journal, Morgen/Kulturberichte u. v. m.
Seit 2006 freier Texter für das Versandhandelsunternehmen Manufactum. 2008/2009 erschienen zwei vielbeachtete kritische Bücher zum Spendenwesen und Fundraising, mit denen die aktuelle Spendendiskussion ausgelöst wurde ("Der Spendenkomplex", "Die verkaufte Verantwortung"). Er lebt mit seiner Familie in Österreich.



Anant Kumar
Berlin-Bombay
oder: Die Karriere eines Lehrers,
dessen Leben als Hochstapler zugrunde ging
Roman
Broschur, 14,8 x 21,0 cm, 324 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-89998-349-4

Zum Buch
In seinem ersten Roman erzählt Anant Kumar in mitreißender Manier und auf verschiedenen Zeit- und Bedeutungsebenen von der  Liebe zwischen Dipak Talgeri und Eva Seilmeyer zwischen Deutschland und Indien.
Eine sympathische Darstellung der Kulturen und Gesellschaften in beiden Ländern, die auch selbstkritisch auf beide reflektiert.



Paul Rehfeld

Grenzbahnhof
Roman
Broschur, 14,8 x 21,0 cm
704 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-89998-345-6

Zum Buch
Dieser Roman begleitet die Lebensstationen von Menschen aus der brandenburgischen Provinz und erzählt von ihrer Heimat, dem Oderbruch. Von den fünfziger Jahren in der jungen DDR bis in die deutsche Nachwendezeit der Neunziger spannt sich der geschichtliche Bogen.
Die alliierten Beschlüsse des Potsdamer Abkommens von 1945 haben die Oder in einen Grenzfluss verwandelt und den ehemaligen Vorortbahnhof Kamnitz zum Grenzbahnhof gemacht. Seitdem unterhält die Sowjetarmee auf einer Oderinsel eine bedeutende Garnison mit modernster Militärtechnik. Wegen der zahlreichen internationalen Gütertransporte und der Präsenz der sowjetischen Truppen geraten der Grenzbahnhof sowie das Dorf und seine Bewohner in das Visier von östlichen und westlichen Geheimdiensten.
Kalter Krieg, Mauerbau, Prager Frühling, Perestroika und Mauerfall prägen auch dieses abgeschiedene Dorf und seine Menschen. Den politischen und geschichtlichen Hintergrund der Story bildet unter anderem ein fiktionaler Spionagefall im Zusammenhang mit den Ereignissen des Prager Frühlings. Es geht jedoch nicht nur um Spionage und Politik, sondern auch um das Beziehungsgeflecht in den Familien und in der dörflichen Gemeinschaft.
Die Recherchen eines Bonner Journalisten in den Wendejahren bringen viele Wahrheiten ans Licht. Sie lassen alte Konflikte vergessen und beschwören neue Gegensätze herauf. Doch das Leben im Oderbruch nimmt wie eh und je seinen Lauf.

Zum Autor
Paul Rehfeld wurde im Oderbruch geboren und ist in der Landwirtschaft großgeworden. Mehr als zwanzig Jahre hat er in seinem Heimatdorf Kietz verbracht.Im benachbarten Golzow erlernte er den Beruf eines Landmaschinen-und Traktorenschlossers und legte in Seelow sein Abitur ab. Studiert hat er an der Handelshochschule Leipzig, hier erwarb er 1982 ein Diplom in der Fachrichtung Ökonomie des Binnenhandels.
Viele Jahr lebte er in Frankfurt/Oder, wo er eine Familie gründete und bis 1997 zu Hause war. Bis zur Wende war er in verschiedenen Führungspositionen des bezirklichen Großhandels für Waren des täglichen Bedarfs tätig. Paul Rehfeld lebt in Berlin-Karlshorst und engagiert sich beruflich in einem mittelständischen Unternehmerverband.
Mit dem Land Brandenburg, dem Oderbruch und seinen Menschen fühlt er sich noch immer stark verbunden, dort hat er viele Freunde und ist in mehreren lokalen Vereinen tätig. Der GRENZBAHNHOF ist sein Debütroman.



Martin A. Völker (Hg.)
Das Seuchenbüchlein
Lyrik und Prosa des Ausnahmezustands
Mit einem Essay herausgegeben von Martin A. Völker
Broschur, 11,5 x 18,0 cm, 144 Seiten, 12,90 €
ISBN 978-3-89998-351-7

Zum Buch
Der Mensch ist jenes Wesen, das versteht und lernt und deshalb gestärkt aus Krisen hervorgehen kann. Versuchen wir, diesem Anspruch gerecht zu werden. Die Corona-Pandemie stellt unsere Menschlichkeit in jedem Sinn des Wortes auf die Probe. Für Giovanni Boccaccio, Friedrich Schiller, Ludwig Börne oder Georg Heym, die das Seuchenbüchlein mit anderen vereint, bedeuteten ähnliche Krisen ästhetische Herausforderungen. Sie regen heute unser Nachdenken an, inwieweit die Ausnahmesituation Ausgangspunkt einer neuen Ethik und einer auf Liebe zur Natur basierenden Ökonomie sein kann. Zumindest sollten wir trotz allem, wie uns Mark Twain vorführt, nicht den Humor verlieren.




BERLINER TRILOGIE

von Ernst Michael Schwarz

Der Tote im Luisenhain
Ein Köpenick-Krimi
Broschur, 12,5 x 19,0 cm
144 Seiten, 9,90 €
ISBN 978-3-89998-340-1

Zum Buch
Hauptkommissar Karl Sander ist genervt. Ein übel zugerichteter Toter im beschaulichen Köpenick, im Luisenhain in unmittelbarer Nähe seiner Stammkneipe.
Der Tote war mal eine gefürchtete und mächtige Person in Köpenick. Die Ermittlungen führen Sander und sein Team tief in die Vergangenheit zurück. Die Spur weist erst nach Gosen in einen Bunker und zu einer Waffenschieberbande nach Neukölln. Als Sander merkt, dass es hier auch um sein Leben geht, eine Vergangenheit, die dreißig Jahre zurückliegt und die er immer verdrängt hatte, ist es fast zu spät.
Wer ist der unbekannte Rächer, der seine blutige Spur durch Köpenick zieht? Was geschah 1987?

Rezension zum Buch - Juni 2020

Plakat zum Buch - Schiffsrundfahrt
Plakat zum Buch - TKT



Ernst Michael Schwarz
Mörderische Gier - Ein Berlin-Krimi
Broschur, 12,5 x 19 cm, 160 Seiten, 12,90 €
ISBN 978-3-89998-341-8

Zum Buch
Die Geschichte nimmt ihren Ausgang bei drei engen Schulfreunden aus Berlin-Köpenick.
Nach dem Abitur werden sie ganz unterschiedliche Lebenswege gehen. Hauptkommissar Karl Sander und sein Team kommen ins Spiel, als eine Leiche auf der Langen Brücke gefunden wird. Von nun an haben Sander und eine SOKO es mit Auftragsmorden, Clankriminalität, Korruption, Immobilienhandel und einer Entführung zu tun.
Die Spurensuche führt über Köpenick hinaus durch ganz Berlin bis nach München.



Arian Leka
ENVER UND SEIN PARADIES
Illusionen und Propaganda im kommunistischen Albanien
Essays
Übersetzt von Loreta Schillock.
Broschur, 14,8 x 21,0, 260 Seiten, 16,90 €
ISBN 978-3-89998-344-9
Das wichtigste Buch 2019 in der Rubrik ESSAYS in Albanien!

Zum Buch
Das Buch des bekannten albanischen Schriftstellers und Literaturwissenschaftlers ARIAN LEKA aus der Küstenstadt Durrës stellt uns die Gesellschaft Albaniens in den letzten 50 Jahren sehr anschaulich in den hier vorliegenden Essays dar. Er reflektiert dabei auch die Welt-Sicht der heutigen Albaner zu verschiedenen aktuellen Ereignissen der europäischen Geschichte.

„Das Ende meiner Jugend fiel in die Zeit des Zerfalls des Hoxha-Regimes. Man sagte damals, sein innerer Verfall sei derart fortgeschritten, dass es ohne Anstoß, von selbst zusammenbrechen würde. Im März 1967 erließ Hoxha das Religionsverbot und verfügte die Schließung der Glaubensstätten. Dazu kam die Zerstörung der Kirche Sankt Vlash am Rande der Stadt. Aus der Moschee wurde ein Kulturhaus.“

„Vor allem, wenn die Entwicklung des ganzen Landes in vollständige Isolation mündet, indem es sich verschließt und gleichzeitig das Ideal des Andersseins und der Autarkie predigt. Gefangen in dieser Falle der Isolation, unternahmen die Menschen alles, was in ihrer Macht stand, um ihr zu entkommen. Obwohl es nicht erlaubt war, begannen sie auf ihren Dächern mehr und mehr Antennen zu installieren, vor allem auf Italien ausgerichtet, das für uns der Inbegriff des Westens war. Außerstande, ein SOS an die Welt zu senden, warteten die Albaner jahrelang vergebens darauf, irgendeine Botschaft zu empfangen.“



Lothar Berg
MIGRANT ... und nun?
Das Leben des Alexander "Sascha" D.
Biographie, Broschur, 14,8 x 21,0 cm
510 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-89998-332-6

Zum Buch
Die Biographie von Alexander D. ist eine in Fakten und Sprache ungeschönte Geschichte darüber, was man sich unter einem Migrantenschicksal tatsächlich vorzustellen hat.
Alexander ist Russlanddeutscher, der 1992 als achtjähriges Kind aus Kasachstan nach Deutschland gekommen ist. Der Lebenslauf des Protagonisten lässt nichts aus, was es an Klischees über Aussiedler gibt. Er deckt parallel dazu auch das Verschulden in der neuen Gesellschaft schonungslos auf, das ihn fast zwingt, diese Klischees erfüllen zu müssen.
Mit dieser Geschichte, die Jahre der Kindheit in Kasachstan umfasst, das jahrelange Einleben in Deutschland und die Gratwanderung zwischen Gefängnis und Integration, das Leben als Gangmitglied in Berlin-Marzahn, Kampfsportler und Weltmeister im Taekwondo und auch das „Happy End“ als Familienvater und erfolgreicher Unternehmer, möchte der Autor ein Beispiel dafür geben, dass ein friedliches Zusammenleben keine Utopie sein muss.
Es ist eine Gelegenheit nachzufragen, wie viel es wert ist, eine Heimat zu haben und diese zu erhalten.

Zum Autor
Lothar Berg wurde 1951 an der Ruhr geboren. Er war in verschiedenen Berufszweigen und in unterschiedlichen sozialen Milieus tätig. Anfang des neuen Jahrtausends schrieb er das Buch "Fenster der Gewalt" und begründete damit auch einen gleichnamigen Verein, der sich für Gewaltprävention bei Jugendlichen stark machte. Seit 2004 hat sich Berg ausschließlich seinem künstlerischen Schaffen verschrieben. Lothar Berg lebt und arbeitet in Berlin. Seine Veröffentlichungen befassen sich zumeist mit Alltagscharakteren, den menschlichen Schicksalen und den Abgründen des menschlichen Daseins. Seine Kurzgeschichten, Romane und Poesie sind ein ständiger Drahtseilakt zwischen Drama und Komödie. Die Werke zeichnen eine authentische Sprache aus, die keinen Zweifel an den Absichten der Protagonisten zulässt.

Rezension zum Buch - Februar 2020



Rüdiger Stüwe

"Ich hatte Ellenbogen"
Eine streitbare Frau aus Ostpreußen
Autobiographische Erzählung.
Broschur, 14,8 x 21,0 cm
180 Seiten, 14,90 €
ISBN 978-3-89998-321-0

Zum Buch
18. Februar 1945 an einem Gleis des Warnemünder Bahnhofs. Eine junge Frau will mit ihren beiden kleinen Kindern in den Richtung Hamburg zur Abfahrt bereitstehenden Zug einsteigen. Der Zug scheint voll zu sein. Man will ihr anscheinend den Einstieg verwehren. Doch irgendwie gelingt es ihr, unter der wütend ausgestoßenen Aufforderung, einer Kriegerwitwe mit Kindern Platz zu machen, sich in den Zug hineinzukämpfen.
„Ich hatte Ellenbogen“ wird sie 30 Jahre später ihren erwachsenen Söhnen sagen, als sie ihnen von diesem Erlebnis berichtet. Sie musste ihre „Ellenbogen“ noch oft gebrauchen.

„Der Reiz besteht darin, dass es nicht nur eine Kriegs- , sondern auch eine Familiengeschichte ist, die nach Ostpreußen zurückführt, wo die Familie bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gelebt hat. Das Buch schildert viel Persönliches, wie es in den Familien vorgekommen ist, aber immer schimmert die furchtbare Weltgeschichte durch, in der sich das Familiäre abspielen musste.“ - Arno Surminski in seinem Nachwort

Rezension im Hamburger Abendblatt, 09.02.2020
Rezension im Heimatbrief für den Kreis Braunsberg Nr. 43 (Sommer 2020)
Rezension in der Preussischen Allgemeinen Zeitung Nr. 3 (Sommer 2020)



Ira Loh
Auf doppeltem Boden
Roman
Gebunden, 14,8 x 21,0 cm, 382 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-89998-295-4

ePUB: 13,99 €,  ISBN 978-3-89998-320-3

PDF: 13,99 €, ISBN 978-3-89998-323-4

Zum Buch:
Ein Badeunfall im Spätsommer führt Katharina und Jens zusammen – und mit ihnen auch ihre polnischen und deutschen Familiengeschichten. Ein Paar voller Gegensätze, das sich zu Beginn gut ergänzt. Als den beiden im Urlaub ein schutzbedürftiger Hund zuläuft, gibt Katharina ihm einen polnischen Namen … Eine Liebesgeschichte zwischen den Enkeln ehemaliger Feinde, die auch das geschichtliche Verhältnis zwischen Deutschland und Polen in den Blick nimmt.

Zur Autorin:
Ira Loh (geb. 1966) studierte in Tübingen Theologie und Psychologie.   
Sie arbeitet heute in München als Psychotherapeutin. Das vorliegende Buch ist Loh’s Debütroman.

Interview mit mir im BuchMarkt – Das Ideenmagazin für den Buchhandel. Es ist am 1. November 2019 herausgekommen.

Weitere Informationenaufdoppeltemboden-dasbuch.de



Lutz Saltner
LENIN - HITLER - ULBRICHT
Von Hunde-, Wander- und anderen Führern
Erzählungen
Broschur, 14,8 x 21,0 cm, 208 Seiten, 12,90 €
ISBN 978-3-89998-294-7

Zum Buch
In 26 Kurzgeschichten werden auf rund 100 Seiten mit mehreren Abbildungen Episoden aus Kindheit und Jugend im nationalsozialistischen Deutschland, der SBZ bzw. DDR zwischen 1944 und 1989 erzählt. So spiegeln diese „Erinnerungsblätter“ aus persönlichem Erleben teils heiter, teils ernst, immer mit einem Schuss Ironie, kleinere und größere Ereignisse der Zeitgeschichte wider.
Dabei werden aus der Perspektive eines Jungen auch Begegnungen mit prominenten Persönlichkeiten geschildert. Mit Empathie, aber auch mit kritischer Distanz wird eine Zeit beschrieben, die historisch nah und doch schon so fern ist. Wir stoßen auf Kurioses und Skurriles, Jugendstreiche und Schnurren inklusive, finden Menschen aus dem Volk und solche von „öffentlichem Interesse“, Alphatiere, Ge- und Verführte – „große und kleine Leute“. In Manchem wird sich der Leser, soweit er die beschriebene Zeit miterlebt hat, wiederfinden, Orte kennen und Personen, auch Verschlüsseltes erahnen.
Für andere wird sich der Schleier, der sich bereits über die letzten 80 Jahre zu legen beginnt, gelüftet, um auf unterhaltsame Weise zu zeigen, wie es war. Fast alle hier dargestellten Geschichten haben sich so ähnlich im mitteldeutschen Raum abgespielt.



Monika Fehringer
Wolkentiere
Kurzgeschichten aus Österreich
Broschur, 12,5 x 19,0 cm, 208 Seiten, 9,90 €
ISBN 978-3-89998-312-8

Zum Buch
Ob das Lamento eines Mannes über die heutigen Frauen, der tödliche Ehrgeiz eines Radfahrers, das bange Warten auf eine möglicherweise schlimme medizinische Diagnose oder der eigenartige Bewohner einer fast leeren Wohnung …
Monika Fehringer beschreibt ihre Protagonisten und deren Welt aus humorvoll distanziertem Blickwinkel in facettenreichen und unterhaltsamen Kurzgeschichten.
Lesen Sie selbst …

Bericht zur Buchlesung ...


Lyrik


Sophie-Charlotte

Can you feel it?
Collections of Poems – eine Autobiografie über das Erwachsenwerden
Hardcover, 19,0 x 12,0 cm, 176 Seiten, € 19,90
ISBN 978-3-89998-374-6

sophie-charlotte ist psychologie studentin, hundebesitzerin und ehemalige deutsche meisterin. hauptsächlich ist sie jedoch ein kleiner teil einer großen generation; ein sich immer veränderndes puzzlestück. so erzählt ihr gedichtband autobiografisch vom erwachsenwerden: dem guten, dem schlechten und all den grauzonen. vom herumirren und sich finden, von angst und euphorie. die künstlerische gestaltung gab schilberz an ihre freund*innen und bekannten ab, sodass ein buntes, chaotisches und von freund*innen gestaltetes werk entstand - eben wie erwachsenwerden sich anfühlt.



Angela Dimcheva
Nadelstiche im Traum
Aphorismen, Gedichte und lyrische Fragmente
Das Buch ist zwischensprachig - Deutsch und Bulgarisch.
Übersetzung aus dem Bulgarischen von Rumjana Zacharieva
Gebunden, 13,5 x 21,5 cm, 156 Seiten, 14,90 €
ISBN 978-3-89998-367-8

Beispielhaft gelungene Aphorismen wie „Die Poesie ist die ansteckendste Krankheit, die nur noch mit mehr Poesie geheilt werden kann“, „Der Aphorismus ist der Langlauf auf der Piste der Kürze“, „Erst wenn du versuchst zu fliegen, verstehst du,  dass die Welt zu eng ist“ usw. Intelligente Gedichte, getragen von erfrischender Metaphorik und Sinnlichkeit („Orpheus“, „Guillotine“ u.v.a.). Lyrische Fragmente aus der Feder der Lyrikerin, Literaturkritikerin und Journalistin A. Dimcheva, die uns Einblicke in Gefühls- und Geistesleben des modernen (nicht nur) bulgarischen Wesens gewähren, wie das hier: „Der heutige Leser (der Zuschauer) sucht nur noch eine `Tablette` Information. Hätte er noch das Denkpotenzial für die Aufnahme ernstzunehmender Kunst? Das fragen sich heute die Künstler in unserem Land. Die Experten organisieren sogar wissenschaftliche  Diskussionen zum Thema. Und während sie einander rhetorische Fragen stellen, breitet sich die Tschalga (die Musik der Türsteher, Bodyguards und Prostituierte) auf allen Stufen der Kultur aus, die Unkultur…Nackt genug und gut bezahlt.“

… Dieser Sammelband ist ein Wagnis unter zwei Deckeln mit dem Namen „Nadelstiche im Traum“, gekleidet von der Autorin in unverstellter, moderner Sprache. Angela Dimcheva ist eine der vielseitigen und engagiertesten Literaturschaffenden Bulgariens.



Jürgen Beuschel

Verdichtung der Gefühle
Lyrik
13,5 x 21,5 cm, Gebunden, 148 Seiten, 12,90 €
ISBN 978-3-89998-372-2

Es bedarf wohl der Kenntnis der Distanz zwischen Liebe und Hass, jung und alt, Lüge und Wahrheit, dem Jetzt und Später, Traum und Wirklichkeit, Verzweiflung und Zuversicht, scheinheilig und aufrichtig oder jener in Raum und Zeit, um das Böse im Guten zu zeigen, die Nähe in der Ferne zu sehen, die Zukunft im Vergangenen zu deuten, das Komplizierte einfach zu erklären oder die Jugend im Alter aufzuspüren und um vor allem das jeweilige Miteinander zu verstehen.
Dann könnte es gelingen, auch die Vielfalt und Nuancen der Gefühle auf den Punkt zu bringen, sie in wenigen Worten auszudrücken, in einer Strophe anklingen zu lassen und mit dem Gedicht eine Botschaft zu vermitteln.

Vielleicht kann man das „Verdichtung der Gefühle“ nennen.

Es war einen Versuch wert, dies zu tun:
ernsthaft, ironisch, authentisch, demütig, lustig, traurig, leise und laut, zweifelnd, den Finger gelegentlich in die Wunde legend und auch dem lyrischen Ich eine Chance gebend.


Kunst


Vera Feyerherd
Tagebuchblätter aus sechs Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts
Lyrik, Prosa, Illustrationen
Gebunden, 14,8 x 21 cm, 132 Seiten, 29,90 €
ISBN 978-3-89998-343-2

In diesem sehr persönlichen Tagebuch aus sechs Jahrzehnten Leben und Überleben in einem Deutschland zwischen Zweitem Weltkrieg und wiedervereingtem Deutsch- land hat die Autorin, Künstlerin und Germanistin DR. VERA FEYERHERD eine wunderbare und einmalige Collage aus Lyrik, Prosa und Illustrationen geschaffen, die das 20. Jahrhundert sehr gut charakterisiert.
Sie schrieb in ihren Tagebuchaufzeichnungen am Sonntag, 15. April 1945:
"Heute war mein 21. Geburtstag. Am Nachmittag begann unser Haus zu beben. Ununterbrochen hörte man das Heulen der Katjuschas. Die Offensive an der Oder hatte begonnen. Jetzt werden uns die Kriegsereignisse wohl überrennen."
Sie schildert die Ruhe und Schönheit der Welt, mit Familien und Natur in Friedens- zeiten und stellt dem als Gegenpol das Schicksal und die Gefühle der Menschen im Krieg und in der Nachkriegszeit gegenüber, die Millionen Deutsche und Europäer bis heute prägen. Die tiefe Friedenssehnsucht der Autorin ist in jedem Satz und künstlerischen Ausdruck in diesem Buch zu entdecken!


Historische Raritäten
edition RARA AVIS

hrsg. von Martin A. Völker



Wilhelm Müller
Der Dreizehnte und andere Dichtungen
Herausgegeben von Maria-Verena Leistner.
Mit Scherenschnitten von Elke Sieg.
Broschur, 12,5 x 19,0 cm, 210 Seiten, 9,90 €
ISBN 978-3-89998-334-0

Zum Buch
Der Mythos, der der Zahl 13 anhaftet, hat den Dichter Wilhelm Müller (1794-1827, genannt „Griechen-Müller“) zu einer dramatisch verlaufenden Lebensgeschichte angeregt. Der als 13. Kind einer Bergarbeiterfamilie geborene Bernhard Sölling leitet anfangs für sich eine Sonderrolle daraus ab, wird zum Außenseiter und fühlt sich von der Zahl fortan schicksalhaft verfolgt.
Wilhelm Müller (1794–1827) ist heute kein Unbekannter. Seine Lieder der Griechen oder die Zyklen Die schöne Müllerin und Die Winterreise in der Vertonung durch Franz Schubert haben ihn unsterblich gemacht.
Etwas vergessen und mit großem Gewinn zu entdecken sind seine Novelle Der Dreizehnte, die an den Romantiker Ludwig Tieck erinnert, sowie die Muscheln von der Insel Rügen und seine Tafellieder für Liedertafeln.
Eine Lektüre voller Spannung und Wendungen.



Uwe Hentschel (Hg.)
Zelters Reisebriefe
Broschur, 12,5 x 19,0 cm, 306 Seiten, 14,90 €
ISBN 978-3-89998-339-5

Als Goethe nach 1816 Weimar kaum noch verließ, schien es, als habe er seinen engsten Freund, den Berliner Baumeister und Komponisten Karl Friedrich Zelter, dafür ausersehen, für ihn als ein „Odysseischer Vagabund“ die ‚Welt‘ zu erkunden. Die Briefe, in denen der Reisende informativ, anschaulich und mit viel Humor über seine Erfahrungen in der Fremde berichtete, hielt Goethe für so interessant, dass er sie eigens kopieren ließ und sogar deren Veröffentlichung erwog, wozu es jedoch nicht kam; sie erschienen bislang nur im Rahmen des umfangreichen Goethe-Zelter-Briefwechsels.
Mit dem vorliegenden Band wird nun nach 200 Jahren Goethes Wunsch erfüllt; die hier versammelten Reisebriefe Zelters sind es wert, von uns neu entdeckt zu werden. Ein ausführliches Nachwort bemüht sich um die literaturgeschichtliche Einordnung der Reisedokumente.

„Es geht daraus hervor, daß du niemals liebenswürdiger und mittheilender bist als unterwegs [...].“
[Goethe an Zelter, 9. Januar 1827

Einen ganz eignen Reiz haben [...] deine Reiseberichte und zwar einen doppelten: dem wackern Manne hat sich der Architekt und der Musiker zugesellt, und der Bereich dieser Societät ist gar nicht auszumessen.“
[Goethe an Zelter, 9. Juni 1827]

„Übrigens sind auch die Briefe von Zelter keineswegs nur in ihrer Beziehung auf Goethe merkwürdig und lesenswert, sie sind zum großen Teil an sich selber voll Interesse, voll Gescheitheit, Charakter und einer munteren, oft prächtig frischen Darstellungskraft, namentlich die Briefe von den größeren Reisen.“
[Hermann Hesse: „Briefwechsel zwischen Goethe und Zelter“ (1919), in: H. H.: Gesammelte Werke. Bd. 12, hg. v. Volker Michels, Frankfurt a. M. 1970, S. 187

„Gerade aus der Intensität und Individualität der Wahrnehmung und Darstellung entsteht das Repräsentative der Briefe Zelters. Je eigenständiger der Autor schreibt, je weniger er sich auf literarische Konventionen verläßt, desto natürlicher wirkt, was er schreibt, desto durchlässiger wird es für Anthropologisches, desto kunstvoller in einem bestimmten Sinn erscheinen auch die Briefe.“ 
[Bettina Hey`l: Der Briefwechsel zwischen Goethe und Zelter. Lebenskunst und literarisches Projekt, Tübingen 1996, S. 142f.]


edition #tf19

FONTANE - 200 JAHRE

Seit dem Jubiläumsjahr 2019 von Theodor Fontane (1819-1898) publizieren wir eine kleine und feine Edition mit sehr selten veröffentlichten Texten von ihm in einer mehrbändigen Ausgabe bis zum I. Quartal 2021.
Herausgegeben von Martin A. Völker

„In dem Gebiete der poetischen Erzählung verdient Theodor Fontane rühmende Erwähnung, dessen Gedicht Von der schönen Rosamunde (Dessau 1850) in ebenso anmuthiger wie gewandter Form leichte Versguirlanden um die tragische Geschichte schlingt. Das ist ein lustiges poetisches Schlittschuhlaufen auf glatter Eisfläche, nichts Holpriges, freilich auch keine Überfracht an Gedanken.“
Rudolf Gottschall

„Um als Lyriker der Liebe produktiv zu sein, war Theodor Fontane, banal ausgedrückt, zu monogam veranlagt.“
Paul von Szczepanski




Theodor Fontane
Tod am Schipkapass
Literarische Sedimente
Mit einem Vorwort von Kurt Tucholsky
Broschur, 12,5 x 19,0 cm, 242 Seiten, 12,90 €
ISBN 978-3-89998-277-0

„Seit über zwanzig Jahren genießt er die Ehren eines toten Dichters, zweimal in Marmor ausgehauen, in einer würdigen Gesamtausgabe beigesetzt, in unzähligen Studien auseinandergesetzt und neuerdings wieder zusammengesetzt in einer umfänglichen Lebensbeschreibung, die keine Papiernot zugibt. Und trotz ausgiebiger offizieller Behandlung so lebendig, so persönlich vorhanden, als ob er mitten im Plaudern sein eigenes Sterben übersehen hätte und immer weiter redete mit jenem ironisch lässigen und doch melodiösen Tonfall, den es nur einmal auf der Welt gegeben hat.“
Arthur Eloesser über Fontane 1919



Theodor Fontane
Auf nach Freienwalde!
und andere Wandergeschichten
Herausgegeben von Detlef W. Stein

Mit einem Nachwort von Martin A. Völker
Broschur, 12,5 x 19,0 cm, 316 Seiten, mit 46 Fotos,
großem aktuellen Serviceteil zu Bad Freienwalde, 9,90 €
ISBN 978-3-89998-304-3

Zum Buch
Fontane zeigt uns in den vorliegenden Texten zu Freienwalde und Umgebung eine echte, erdige, lebensvoll-dynamische Schönheit, die aus Begegnungen mit Menschen und Natur, aus Farben, Gerüchen und Geschmacksrichtungen zusammengesetzt ist. Ein Heimat-Buch im besten Sinne.

In Ergänzung zu den Fontane-Texten bietet das Buch einen sehr ausführlichen Anhang zur Stadtgeschichte von Freienwalde, eine Auswahlbibliographie und eine Übersicht prominenter Gäste im Kurbad des 19. Jahrhunderts, sowie viele interessante Webseitenhinweise.


Edition Lessinghaus

hrsg. von Martin A. Völker

Zur Edition
Wie kein anderer Name steht der Name Lessings in Berlin für eine Kunstaffinität, eine Bildungs- und Humanitätstradition, die über das 18. ins 21. Jahrhundert reicht. Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781) weilte während seines letzten Aufenthalts in Berlin 1765 bis 1767 im Haus Am Königsgraben 10. Es gehörte dem Kupferstecher und Verleger Johann David Schleuen (1711–1771) und befand sich bis zum Abriss am 3. Oktober 1910 in der Nähe des Bahnhofs Alexanderplatz. Anfang 1908 wurde dort das Lessing-Museum eingerichtet, welches wenige Tage nach dem Abriss des Gebäudes im Nicolaihaus in der Brüderstraße 13 wiedereröffnet wurde. Mit dem Lessing-Museum waren auch verbunden die Lessing-Gesellschaft und die berühmte Lessing-Hochschule, die bis zu ihrer Gleichschaltung und Zerschlagung während der NS-Zeit tausende Berliner Hörer verzeichnen konnte.
Der Anthea Verlag unterhält eine Dependance in dem heutigen Lessinghaus, einem mit einer Lessing-Gedenktafel versehenen Nachbau im Nikolaiviertel, Nikolaikirchplatz 7. Dieser Ort ist ebenso geschichtsträchtig: zwischen 1752 und 1755, während seines zweiten Aufenthalts, wohnte Lessing beengt im 2. Stock des alten Fachwerkbaus Nikolaikirchplatz 10, von wo aus er mit seinen Freunden Moses Mendelssohn (1729–1786) und Friedrich Nicolai (1733–1811) verkehrte.
Die Edition Lessinghaus pflegt die Traditionslinien und das Erbe Lessings in Berlin.

Zum Herausgeber der Edition
Martin A. Völker, geboren 1972 in Berlin. Dr. phil., Kulturwissenschaftler und Ästhetiker. Nach langjähriger Lehrstuhlassistenz am Seminar für Ästhetik der Berliner Humboldt-Universität arbeitet er heute als Publizist und Lektor, Dozent und Sciencecoach. Seit 2016 wirkt er als Gastprofessor für Germanistik an der Universität Stettin. Völker schreibt Essays zu vergessenen Autorinnen und Autoren der Literaturgeschichte des 18., 19. und 20. Jahrhunderts, deren Werke er neu herausgibt, daneben Lyrik und Kurzprosa. Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland, im Internationalen PEN-Club sowie in der europäischen Autorenvereinigung „Die Kogge“ (Hansestadt Minden). Zuletzt erschienen als Editionen mit Völkers Essays: Katarina Botsky: In den Finsternissen (2012); Katarina Botsky: Krähendämmerung (2014); Peter Baum: Im alten Schloß (2015); Gerhard von Amyntor: Eine moderne Abendgesellschaft. Plauderei über Antisemitismus (2016).

 

Band 2
Gotthold Ephraim Lessing
Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück
Gebunden, 12,0 x 19,0 cm, 238 Seiten, 2 Illustrationen von Franz Peters, 16,90 €
ISBN 978-3-943583-69-4


edition Europa 2go

hrsg. von Martin A. Völker

https://sharingheritage.de/projekte/buchreihe-europa-2go

Zur Edition
Der Anthea Verlag nimmt das von der Europäischen Kommission ausgerufene Europäische Kulturerbejahr 2018 zum Anlass, eine neue Reihe zu beginnen: In der Reihe Europa 2go [sprich: Europa-to-go] werden kürzere Texte zu Ländern und einzelnen Städten Europas sowie schriftstellerische Extrakte zu europäischen Werten und zum geistigen Kulturerbe veröffentlicht. Die Reihe gewährt Einblicke in das europäische Denken, Dichten und Reisen.Eine Vielzahl von Autoren wurden nach vielen Jahrzehnten wiederntdeckt, die ohne Zweifel zur zur literarischen Schatzkammer Europas gehören.

Gemäß des Länderschwerpunkts der Leipziger Buchmesse 2018 behandeln die ersten drei Bände dieser Reihe das Land Rumänien: Im ersten Band wird ein stimmungsvoller Bericht wiedergegeben, der im Jahr 1882 als Bilder aus Rumänien erstmals erschien. Die heute unbekannte Autorin Adelheid Bandau beschreibt die Stadt Bukarest, das bunte Treiben des Jahrmarkts, die religiösen Orte und Feste, die Riten und Untiefen des Alltags. Sie endet mit der feierlichen Königskrönung des rumänischen Herrscherpaares im Mai 1881. Der zweite Band der Reihe enthält Erinnerungen und Essays der rumänischen Königin Elisabeth zu Wied (1843–1916), die unter dem Pseudonym Carmen Sylva vor allem Gedichte, aber auch Prosatexte und Dramatisches schrieb und in ihrer Zeit als bedeutende Schriftstellerin gefeiert wurde. „Von jedem Buche“, bemerkt sie 1907, „behält man meistens einen Satz“, und die vorliegende Zusammenstellung ist eine wahre Schatzkammer solcher Sätze der Lebenskunst, der Weisheit und inneren Einkehr, der schmerzhaften Krisen und der Hoffnung. Der dritte Band der Reihe Europa 2go versammelt Texte des 1889 verstorbenen rumänischen National- und Meisterdichters Mihai Eminescu. In besonderer Ausdeutung begegnet dem Leser die von deutschen Schriftstellern vorgeprägte Romantik: die Blaue Blume, die Naturbegeisterung sowie die enttäuschte Liebe und das Leiden am Leben. Die nihilistische Tendenz bei Eminescu, die das Grundgefühl der Moderne ausmacht, ist immer poetisch-schön.

Alle Bände sind mit einem Nachwort versehen, das die wesentlichen Informationen zu den Autoren, den ausgewählten Texten und ihren Kontexten prägnant wie essayistisch aufbereitet.

Diese Reihe wird mit Autoren aus Ost- und Westeuropa fortgesetzt.



Ksaver Sandor-Gjalski
Poesie der letzten Dinge
Novellen
Broschur, 12,0 x 17,0 cm
180 Seiten, 9,90 €
ISBN 978-3-89998-337-1




Albanische Märchen
Bär und Derwisch
Broschur, 12,0 x 17,0 cm
164 Seiten, 9,90 €
ISBN 978-3-89998-338-8


Edition Berliner Leben


Hans Hyan
Jesellschaftspiele
Berliner Erlebnisse
Broschur, 12,5 x 19,0 cm, 200 Seiten, 9,90 €
ISBN 978-3-89998-293-0

Zum Buch
Man muss kein Kriminalpsychologe sein, um die Berliner zu verstehen, es wäre aber durchaus hilfreich.
Wenn einer zudem über literarische Kraft verfügt, sieht der heutige Leser Berlin als Stadt der kleinen Leute und Halbweltgestalten, der Dienstmädchen und Polizisten plastisch vor sich.
Der Schriftsteller Hans Hyan (1868–1944) hat beides zu bieten: die kriminalistische Expertise und die künstlerische Fähigkeit. Als "Zille der Feder" lässt er das zwielichtige Berlin seiner Zeit aufleben.
Wiederentdeckt und herausgegeben von dem Literaturarchäologen Martin A. Völker.



Wilhelm Raabe
Die Chronik der Sperlingsgasse
Broschur, 12,0 x 19,0 cm, 342 Seiten, 14,90 €
ISBN 978-3-943583-76-2

Zum Buch
In seiner Chronik der Sperlingsgasse zeigt Wilhelm Raabe, was Berlin war und immer sein wird: die Stadt der kleinen Leute und großen Sehnsüchte. In Berlin durchdringen sich die hellsten Wunschträume und die dunkelsten Realitäten. Aus dieser poetischen Liebesumarmung widerstreitender Elemente geht der wunderbare melancholische Humor hervor, für den Raabe steht.


Sachbücher


Marita Kapust
PREUSSEN 1230-1800
Zur Entwicklung einer Gesellschaft im europäischen Raum
Broschur, 14,8 x 21,0 cm, 392 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-89998-366-1

Das Heilige Römische Reich, Preussen, das Dritte Reich mit seinen Opfer-Täter-Geschichten, und dann auch noch die DDR – viele Deutsche verzichten lieber ganz auf ihre Ahnen, mit denen eh kein Staat zu machen ist, im wahrsten Sinne des Wortes. Es sei denn, man gehört zu den Glücklichen mit hugenottischen, Schweizer oder Salzburger Vorfahren. Doch wie war das, als die Menschen noch mehrere Sprachen sprechen konnten und ihnen ihre Nationalität nicht so wichtig war? Und warum lernten preussische Herrscher nicht nur Französisch, sondern auch Polnisch?
Marita Kapust beschäftigt sich mit dem Landescharakter von Ost-/ Preussen und den Prägungen seiner Bewohner, vom Ordensstaat bis zum Preussen Friedrich des Großen. Entstanden ist ein leicht verständliches Sachbuch, das sich an junge Leute mit Interesse an europäischer Geschichte ebenso richtet wie an Ältere, die sich für das Land ihrer Vorfahren interessieren oder generell die Chronik von Preussen tiefergehend erkunden möchten.



Christian Booß (Hg.)
Hotspots der Friedlichen Revolution 1989/90 in Berlin
Ein Stadtführer mit und ohne Fahrrad durch Prenzlauer Berg und Mitte
Broschur, 12,5 x 19,0 cm, 88 Seiten, 7,00 €
ISBN 978-3-89998-354-8

Die wichtigen Oppositionsgruppen der DDR, die vor rund 30 Jahren die SED-Herrschaft in Frage stellten, sind auf nur wenigen Quadratkilometern im Prenzlauer Berg und Berlin-Mitte entstanden; die wichtigsten Köpfe, die 1989 vor 30 Jahren nach einem Ausweg aus der Krise der DDR suchten, wohnten dort. Sie stellten die meisten Oppositionsvertreter am Zentralen Runden Tisch, der Wege aus der Krise suchte und den Übergang zur Demokratie sicherte.

Der Stadtführer, der zur Erkundung zu Fuß oder per Fahrrad anregt, gibt einen ersten Einblick in die damalige oppositionelle Subkultur von Ostberlin und führt zu historisch interessanten Orten der damaligen Oppositionsbewegung.



Luboš Jurík
Der kurze Frühling des Alexander Dubček
Übersetzt aus dem Slowakischen von Simon und Eva Gruber.
Mit einem Vorwort von Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D.
Roman, Broschur, 14,8 x 21,0 cm, 606 Seiten, 16,90 €
ISBN 978-3-89998-301-2

Eine Rezension zum Buch aus der Slowakei
Dubček und seine Geschichte

Anton Hykisch
http://www.noveslovo.sk/c/Dubcek_a_jeho_pribeh

"Alexander Dubček ist zweifellos der berühmteste Slowake. Er ist untrennbar mit dem historischen Jahr 1968 verknüpft, das nicht nur unsere Geschichte, sondern die Geschichte Europas beeinflusst hat.
Für meine Generation sind die Ereignisse der Jahre 1968 – 1969 nicht bloß Geschichte, sondern Teil unseres persönlichen Lebens. Ich selbst habe versucht, diese Zeit in einem autobiographischen Roman zu beschreiben.
Der Prosaschriftsteller Ľuboš Jurík hat sich nun der nicht einfachen Aufgabe gestellt, die Lebensgeschichte des Politikers Dubček, der ja ursprünglich genau dem Klischee des eingefleischten kommunistischen Funktionärs entsprach, in ein Buch zu gießen. Jurík wählt dafür das literarische Genre des politischen Romans, in dem sich die Beschreibung der Fakten mit literarischer Fiktion überschneidet. Er konzipierte den Roman als Dubčeks Erzählung in der ersten Person. Dubčeks Dialogpartner ist der Arzt im Krankenhaus, in dem sich der Politiker nach seinem schweren Autounfall befindet. Dieser Arzt setzt Dubčeks Meinungen seine eigene Stimme entgegen.
Zweite Gesprächspartnerin ist eine Krankenschwester, die für die jüngere Generation steht. Sie weiß vom Jahr 1968 fast nichts und hat zu Dubčeks Wirken keinerlei Beziehung.
Dubčeks Geschichte, mit dem Schlüsseljahr 1968, steckt voller Paradoxien und Widersprüche. Wie konnte aus dem professionellen kommunistischen Funktionär, geschult in der UdSSR, ein Verfechter der Demokratisierung und ein Symbol für den gesamtgesellschaftlichen Widerstand gegen das Diktat Moskaus werden? Wie konnte im Sommer 1968 dieser kommunistische Apparatschik die tschechische und slowakische Nation um sich einen, sodass ihn ein Teil der Kommunisten hasste und Millionen Nichtkommunisten unterstützten?
Dubčeks Aufstieg wies Züge auf, die sich von den Ereignissen in den anderen Satellitenstaaten (Ugarn 1956, Polen 1981) unterscheiden. Er wollte auf unblutigem Weg durch schrittweise Transformation Veränderungen von oben erreichen. Sicher spielten dabei auch die historischen Traditionen eine Rolle. Denn „von oben“ kamen auch die Reformen Maria Theresias und Josefs II.
Jurík beschreibt detailgenau den Machtkampf, den Dubček und seine Leute an zwei Fronten führen mussten. Zum einen im Inneren der Partei, zum anderen mit der Moskauer Zentrale. Der Schatten des bewaffneten Einmarsches hing von Anfang an über Dubčeks friedlicher und etwas naiver Vorstellung vom „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“. Bis heute drängen sich Fragen auf, ob man den Einmarsch hätte vermeiden oder wenigstens hinauszögern können, welche Rolle einige unüberlegte Aktionen der tschechischen liberalen Elite spielten usw. Jurík hat diese Ereignisse genau erfasst.

Das Buch ist auch eine Chronik des Scheiterns, das sowohl auf den äußeren Druck als auf persönliche Eigenschaften zurückzuführen war. Wir lesen auch von Dubčeks nichtöffentlichen Protestversuchen, von den Gründen, warum er die Charta 77 nicht unterschrieb hat, und wie sein Leben im Visier der Geheimpolizei aussah. Der letzte Teil des Buchs handelt von Dubčeks Comeback nach dem November 1989, von seiner eigenartigen Beziehung zu Václav Havel, der Wiederbelebung der Sozialdemokratie und den triumphalen Auslandsreisen. Es ist auch ein Dokument der Ratlosigkeit, wenn der Kapitalismus alles niederwalzt und die Vision eines „dritten Weges“ in weite Ferne rückt. Für viele in der Slowakei bleibt bis heute unbegreiflich, warum Dubček sich so ablehnend zur Unabhängigkeit der Slowakei stellte.

Auf kluge Weise vermittelt das Buch Dubčeks zeitlose Charaktervorzüge, vor allem seine Menschenfreundlichkeit. Er war human, warm, glaubte an das Gute im Menschen. Das erhebt ihn über seine Fehler und sein Versagen.
Juríks politischer Roman füllt eine Leerstelle, die professionelle Historiker schon längst hätten beseitigen sollen. Wie wir schon bei anderen Anlässen gesehen haben, fehlen uns leider Bücher, die sich auf vielschichtige Weise mit den zentralen Personen unserer Geschichte auseinandersetzen – ganz anders als in Ungarn, Tschechien, Polen. Daher fällt es den slowakischen Schriftstellern zu, die Lücken zu füllen, die unsere Wissenschaft, von den Massenmedien ganz zu schweigen, auch im letzten Vierteljahrhundert nicht zu schließen wusste. In diesem Sinn ist Juríks Roman sehr verdienstvoll und inspirierend.
Er verdient die Aufmerksamkeit der Leser.


edition Bulgarische Visionäre
Herausgegeben von Detlef W. Stein


WASSIL LEWSKI (1837–1873)
Revolutionär – Freiheitskämpfer – Nationalheld
Gebunden, 13,5 x 21,5 cm, 84 Seiten
mit 54 Fotografien und Illustrationen
gr. Bibliographie, 12,90 €
ISBN 978-3-89998-346-3

Zum Buch
Eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der über 1300-jährigen Geschichte des bulgarischen Staates ist Wassil Lewski aus der Stadt Karlowo im Rosental. Er war eine der zentralen Figuren des bulgarischen Befreiungskampfes gegen die osmanische Herrschaft im 19. Jahrhundert.
Lewski verknüpfte in seiner Arbeit als Publizist, Gesellschaftstheoretiker und Revolutionär (west-)europäische Werte und die besten Traditionen des bulgarischen Volkes in exemplarischer Weise. Er steht mit seinem Leben und Werk in bester europäischer Tradition für Emanzipation, Freiheit und einer demokratischen Staatsform. Als ideologisch-politischer Führer der Widerstandsbewegung ab 1868 trat er für eine schnelle Unabhängigkeit der bulgarischen Gebieten ein – und für die Gründung eines eigenen demokratischen Staatswesens in einem zukünftigen Bulgarien.
Der Band gibt Auskunft über sein Leben und die Zeit der "nationalen Wiedergeburt" ab Mitte des 19. Jahrhunderts in Karlowo.
Es werden die wichtigsten Orte in der Stadt kurz vorgestellt. Und der Anhang wird durch eine Übersicht zur deutsch- und englisch- sprachigen Literatur, sowie weitere wichtige lokale Informationen ergänzt.

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