Neuerscheinungen

Belletristik


Inge Ruth Marcus

Glut im Eis
Vier Generationen zwischen fünf Diktaturen
Nikolaus II - Hitler - Mandschukio - Stalin - Mao Dse Dong
Biografischer Roman
Broschur, 14,8 x 21 cm, 700 Seiten, 22,90 €
ISBN 978-3-89998-391-3

Im Jahr 1899 ist Josef Naumann 20 Jahre alt und Angestellter in Hamburg. Er will der Enge seines vorbestimmten Lebens entfliehen und bekommt ein Angebot von einem deutschen Handelshaus in Wladiwostok, Sibirien. Vor Ort bestimmen Begegnungen mit Menschen aus vielen Kulturen und ungewohnte Herausforderungen sein Leben. Aber zwischen Russland, China, Japan und den Kolonialmächten spitzen sich politische Konflikte zu, ein Krieg folgt dem nächsten.

Durch den 1. Weltkrieg gerät Josef Naumann selbst in sibirische Verbannung, lebt sieben Jahre unter Burjaten und gründet eine Familie. Er unterstützt das IRK bei der schwierigen Rückführung deutscher Zivilgefangener. Als er von der Roten Armee mit dem Tode bedroht wird, flieht er mit seiner Familie im Schlittenkonvoi durch die Fronten des Bürgerkrieges.

In Wladiwostok angelangt, findet er statt der erwarteten Alliierten ein sowjetisches Regime vor, das die Handelshäuser geplündert hat. Sowjetische Funktionäre ordnen Josef Naumann an, die Versorgung der Bevölkerung wieder aufbauen, wobei sie ihn - mit solidarischen Ausnahmen - systematisch daran hindern. Als er einem Verfolgten zur Flucht verhilft, wird er verraten. Ihm drohen Todesstrafe oder Gulag. Chinesische Freunde verhelfen der Familie zur Flucht nach Harbin in der Mandschurei. Nach Jahren des Friedens holen auch da politische Wirren im Spannungsdreieck Russland – China – Japan die Familie ein, wieder folgt ein Krieg dem nächsten. Nach dem 2. Weltkrieg marschiert die Rote Armee in die Mandschurei ein, um die Mandschukuodiktatur zu beenden. Die Familie wird verfolgt und getrennt, in der Nachkriegszeit versuchen ihre Überlebenden, sich wieder zu finden.



Dr. med. Markus Markiewitz
DER BESCHWERLICHE WEG
Erinnerungen eines Arztes aus Bad Freienwalde an die Höhen und Tiefen
seiner beruflichen Tätigkeit in dem Zeitraum von 1959 bis 2003
Broschur, 21,0 x 29,7 cm
210 Seiten, 25,00 €
ISBN 978-3-89998-403-3

Autoren Vita
Markiewitz, Markus, geb. am 12.05.1930, promovierter Facharzt für Allgemeinmedizin und Subspezialist für Rheumatologie, tätig in Bad Freienwalde im Zeitraum 1959 bis 2003.
Nach der Facharztanerkennung 1963 mit führenden Funktionen im Bereich des ambulanten Gesundheitswesens betraut.
Insbesondere auch als Ausbildungsleiter der Facharztkandidaten für Allgemeinmedizin und als mitbestimmender Arzt auf dem Gebiet der Rheumatologie in Zusammenarbeit mit den übergeordneten fachlichen Gremien und der Gesellschaft für Rheumatologie der DDR.

Exposé
Meine Erinnerungen beinhalten Ereignisse in einer extremen geschichtsträchtigen Zeit. Sie war geprägt durch systembedingte Bevormundung und das Fehlverhalten einiger mit Machtbefugnissen ausgestatteter Parteifunktionäre. Das betraf aber auch einige geltungsbedürftige beruflich unterdurchschnittlich tätige Mitarbeiter des Gesundheitswesens, die den Zeitraum der Wende nutzten, um ihren angestauten Frust abzubauen. Dieser Personenkreis bediente sich nahezu des gleichen seinerzeit gängigen Vokabulars um mit Beschimpfungen und Verunglimpfungen ihren erdachten und unwahren Argumentationen und Behauptungen Nachdruck zu verleihen. Es ist deshalb rechtens diese Leute nicht mit Samthandschuhen anzufassen und sie entsprechend zu titulieren.
Ein weiteres Anliegen meiner „Erinnerungen“ war zu verdeutlichen, dass der Fachrichtung Allgemeinmedizin eine gebührende und entscheidende Rolle bei der gesundheitlichen Betreuung der Patienten zukommt. Der Hausarzt ist am besten in der Lage, sich in die Problematik eines Patienten hineinzuversetzen und bei der therapeutischen Weichenstellung entscheidende Hinweise zu geben.
Auch dem Umgang mit Patienten muss mehr Beachtung geschenkt werden. Das sind sensibilisierte Menschen, die jedes Wort eines Arztes auf die Goldwaage stellen. Tröstende Worte des Arztes stärken das Vertrauensverhältnis, welches manchmal entscheidend den Therapieerfolg beeinflusst. Es ist verwerflich, wenn ein Facharzt aus Bad Freienwalde, der bei einem Patienten ein Krebsleiden diagnostiziert, und ihm auf seine Frage wie seine Chancen zu bewerten wären, unqualifiziert antwortet: „Eine Langspielplatte würde ich an ihrer Stelle nicht mehr kaufen“.
Die psychische Betreuung der Patienten mit Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises verdeutlicht, wie in meinen „Erinnerungen“ geschildert, diese unabdingbare Berücksichtigung eines Arztes.



Etela Farkašová
Es ist geschehen
Broschur, 14,8 x 21,0 cm
152 Seiten, 16,90 €
ISBN 978-3-89998-398-2

Der Tod und das Sterben werden in der Gegenwartsliteratur noch tabuisiert, obwohl sie in den Nachrichten tagtäglich heimisch sind. Es sind eben zwei verschiedene Dinge – anonyme Todesfälle zu melden oder zu zeigen, oder für das Dahinscheiden enger Angehöriger die richtigen Worte zu finden. Die slowakische Schriftstellerin Etela Farkašová empfand die Notwendigkeit, den Prozess des Abschiednehmens von der Mutter literarisch zu gestalten, wobei sie in der Tradition von Simone de Beauvoir, Annie Ernaux und Helene Cixous steht.
Das vorliegende Buch beschreibt eindrucksvoll die Herausforderungen und die Vielfalt an Emotionen, die ein Leben nahe dem Tod mit sich bringen. Es ist aus der Perspektive einer Tochter erzählt, die ihre todkranke Mutter pflegt und dabei versucht, deren Leben zu verstehen. Sie erahnt dabei, trotz aller Vertrautheit mit der Mutter, dass es weiße Flecken in ihrer Lebensgeschichte gibt. Etela Farkašová lotet mit ihrem einfühlsamen Werk daher nicht nur die ambivalente Gefühlswelt Ihrer Protagonistin aus, sondern sie wirft ebenfalls die Frage auf, inwiefern ein Mensch den Anderen, seinen Nächsten, wirklich kennen und verstehen kann. Das Abschiednehmen von sterbenden Angehörigen spiegelt somit den Versuch wider, einen Kern oder einen Teil der Liebsten, die von uns gehen, festzuhalten und ihn über den Tod hinweg in uns zu bewahren.



Rolf Helmboldt

Die späte Reise
Roman
Broschur, 14,8 x 21 cm, 296 Seiten, 19,90
ISNB 978-3-89998-397-5

Rolf Helmboldt zeichnet in seinem zweiten Roman die eindrucksvolle Reise des pensionierten Agronomen Martin Kornbach nach, der sich im Sommer 2019 vom Norden Deutschlands aus auf eine lang geplante Fahrt in die Schweiz begibt. Im Zuge seiner Reise trifft der Protagonist auf alte Weggefährten, erblickt längst vergessene Landschaften und stellt während eines schicksalhaften Zufalls Kontakt zu einer Frau her, mit der er über ein halbes Jahrhundert zuvor eine innige Briefkorrespondenz pflegte. Mit viel Feingefühl verknüpft Rolf Helmboldt das nostalgische Schwelgen seines betagten Protagonisten mit den Verhältnissen und Herausforderungen der aktuellen Welt. Dabei veranschaulicht er, dass die Vergangenheit und die Gegenwart stets miteinander verwobenen sind. Denn während zurückliegende Ereignisse unser Leben im Hier und Jetzt bedingen und prägen, beeinflussen unsere gegenwärtigen Ansichten auch unsere Bewertung des Vergangenen.

Kierkegaard schrieb einmal, dass das Leben vorwärts gelebt und rückwärts verstanden wird.



Karola Beck
Der Triumph des Ares
Novelle
Broschur, 12x19 cm, 128 Seiten, 12,90 €
ISBN 978-3-89998-395-1

Im täglichen, zermürbenden Kampf gegen den Flugsand der Sahara, der ihre Oase zu vernichten droht, träumt der junge Fellache Darnok von einer Maschine, welche die schwere körperliche Arbeit ersetzt. Eine fast ausweglose Situation entsteht, als bei einer Zwangsrekrutierung alle wehrfähigen Männer des kleinen Oasendorfes eingezogen werden. Während die zurückgebliebenen Bewohner einen fast aussichtslosen Kampf gegen den Wüstensand führen, kommt Darnok beim Militär zum ersten Mal mit Technik in Berührung. Ein Plan beginnt in ihm zu reifen.



Gregor Höppner
Le nom perdu
Der verlorene Name 
Roman
Broschur, 14,8 x 21 cm, 275 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-89998-394-4

Vier Jahrzehnte nach ihrem Tod findet Gregor Höppner im Tagebuch seiner Mutter den Namen eines französischen Kriegsgefangenen. Er stößt auf die Geschichte der großen, geheimen Liebe einer selbstbewussten, jungen Frau während des Zweiten Weltkriegs voller ungestillter Sehnsüchte und unerfüllten Hoffnungen. Mit einem Freund begibt er sich auf die Suche nach dem verlorenen Namen und der Geschichte seiner Mutter aus einem früheren Leben.

Nur mit Mühe und Not redete ich ihm aus mich mitzunehmen! Stieg dann hinter Braunschweig des Morgens um 4 Uhr auf freier Strecke aus dem Güterzug, um meinen Weg allein weiterzugehen. Nichts hatte er behalten bis auf ein halbes Brot, alles musste ich mitnehmen.
Nie vergesse ich den Augenblick, als sich der lange Zug in Bewegung setzte und er weiß, schneeweiß im Gesicht in der Tür stand und weinte und dann mußte ich gehen, den schwersten Weg meines Lebens allein, verlassen, betrogen und belogen.

Luzies Tagebuch 1948


Zur Homepage des Autors - Gregor Höppner



Lothar Berg

Das volle Programm
Thorsten "Totti" Küster erinnert sich.
Biographie
Broschur, 12x19 cm, 354 Seiten, 16,90 €
ISBN 978-3-89998-393-7

Vor gut 30 oder 31 Jahren habe ich Totti bei einem Tatort-Dreh kennengelernt, bei dem er eine Rolle übernehmen sollte. Ich wurde gewarnt:
„Pass auf, der ist keine Kopie, der ist echt. Da stehst Du mit einem Bein immer mit im Knast oder in einer Schlägerei!“
Besser hätte man mich nicht neugierig machen können. Ich lernte einen harten Kämpfer, einen disziplinierten Sportler, einen warmherzigen Menschen, einen aufrechten Freund kennen, und es ist mir eine Ehre, der Patenonkel seiner Tochter Sarah zu sein!

Dieses Leben macht deutlich, wie schmal der Grat ist, auf dem wir alle wandeln. Es kommt nur darauf an die Balance zu halten!
- Jürgen Vogel (Schauspieler)



Etela Farkašová
Die Rettung der Welt nach G.
Broschur, 14,8 x 21 cm, 257 Seiten, 17,90 €
ISBN 978-3-89998-388-3

Krankhaft sensitive, vom „Normalen“ abweichende Wesen erspüren zuweilen die Unzulänglichkeiten der Welt viel intensiver als andere, und ihre Reaktionen können extrem sein. Angst und Sorge um die Welt überdecken dann ihre übrigen Emotionen, und das ist auch der Fall der Protagonistin G., die von ihren Befürchtungen bezüglich der Zukunft der Welt dazu geführt wird, sich um deren Rettung zu bemühen. Von den Strategien, die eine derartige Person im Rahmen ihres eigenartigen Megaprojekts vorbereitet, erzählt die Prosa Rettung der Welt nach G. von Etela Farkasova, einer slowakischen Autorin, die bereits drei Dutzend Bücher auf ihrem Konto hat und dafür mit mehreren prestigeträchtigen Auszeichnungen geehrt wurde. Mit dieser Prosa, die von einer Jury zu den besten zehn Büchern des Jahres 2020 in der Slowakei eingereiht wurde, nimmt sie erneut Stellung zu den aktuellen Problemen unserer Zivilisation, betrachtet kritisch deren Werteorientierung und regt zum Nachdenken an.



Joachim Hildebrandt
Der Löwenbändiger
Erzählungen
Broschur, 14,8 x 21,0 cm, 336 Seiten, 16,90 €
ISBN  978-3-89998-384-5

In den Geschichten, den kürzeren oder längeren Prosatexten Joachim Hildebrandts geht es nicht nur um Träume, um das Flüchtige und Entschwindende, sondern auch ums Geschichtenerzählen, mit der Frage, ob es dabei wirklich auf die Wahrheit ankommt. Weltuntergangsszenarien, aber auch den Schatz, den Aschok an der Koromandelküste finden will gibt es und noch Charakterskizzen mit psychologischen Aspekten.
Wir wissen nicht, ob der Schatz unter dem immer von der Sonne beschienenen Stein eine Fata Morgana bleibt, wir wissen nicht, ob wir das Gesuchte finden, aber solange wir uns aufs Träumen einlassen, können wir uns Geschichten erzählen lassen.

Joachim Hildebrandt, geboren in Leipzig, lebt in Potsdam und den polnischen Bergen. Schriftsteller und Hörfunkautor. Für den Hörfunk entstanden Rezensionen, Essays, Reportagen und Feature Sendungen. Seit 2001 im Verband Dt. Schriftsteller. Veröffentlichte bisher drei Lyrikbände und eine Sammlung von Kurzerzählungen. Erhielt mehrere Stipendien, u.a. Villa Decius Stipendium, Kraków/Polen.



Marion Hartmann
Bernsteinliebe
Zwischen preußischem Gehorsam und Lebenslust
Broschur, 12 x 17 cm, 174 Seiten, 16,90 €
ISBN 978-3-89998-386-9

Mit Briefen und Fotos ihres Großvaters im Gepäck begibt sich die Erzählerin auf eine Reise in die Vergangenheit: Dr. Alfred Woldt, Sohn eines kaiserlichen Bahnbeamten aus Pommern, muss gleich nach der Abgabe seiner Doktorarbeit an die Front.
Nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches zieht es ihn nach Berlin, wo er der Liebe seines Lebens begegnet. Doch schon bald legt sich ein brauner Schatten über die ersehnte Freiheit...



Georgi Bărdarov
Absolvo te
Roman
Gebunden, 14,8 x 21,0 cm, 312 Seiten, 22,90 €
ISBN 978-3-89998-383-8

Was kann gewöhnliche, normale Menschen dazu bewegen, in ihrer Grausamkeit abnormale Exzesse und Gräuel zu begehen?
Kann man tagsüber morden und an Seinesgleichen Gewalt ausüben und abends mit denselben Händen die Köpfe seiner Kinder und das Gesicht seiner Frau streicheln, ohne dass in einem selbst ein innerer Widerspruch und Konflikt entsteht?
Kann man das Unmögliche tun, um nur eine Sekunde länger in dieser Welt leben zu können?
Kann man das vergeben, was man keinem Menschen in der Welt vergeben würde, so dass die ganze Bosheit und der ganze Hass wie schmutziges Wasser aus einem herausfließt?

Die Antwort lautet: Absolvo te!

Doz. Dr. Georgi Bărdarov ist Dozent für Demografie und ethnoreligiöse Konflikte an der St.-Kliment-Ochridski-Universität Sofia. Geboren ist er im Dorf Kulata, lebt aber seit seiner Kindheit in Sofia. Sein Leben ist bunt und pittoresk wie seine Erzählungen.
Sein Romandebüt "Ich zähle noch die Tage" wurde ein Bestseller in seinem Heimatland Bulgarien. Vier Jahre später erschien Bărdarovs Roman "Absolvo te", der 2021 den Literaturpreis der Europäischen Kommission gewann.
Nun liegt "Absolvo te" als Erstveröffentlichung in deutscher Sprache vor.

Zur Homepage des Autors: gbardarov.com



Alexander Glück

Das unterirdische Wien
Bemerkenswerte Aktivitäten unter der Stadt
Gebunden, 21 x 21 cm, 180 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-89998-387-6

Die Unterwelt der Stadt wird meist mit Tod und Ruhe in Verbindung gebracht, dabei findet in ihr ein höchst lebendiges Treiben statt: Viele der Menschen, die sich hier betätigen, sind auf der Suche nach etwas. Sie malen Leichen, projizieren ihre Träume in das ewige Dunkel, schaffen Erlebnisräume oder frieren Rüsselkäfer in den Winterschlaf, damit diese nicht weiter an historischen Särgen nagen. Alexander Glück zeigt ernste und inte- ressante Menschen bei ihren unterirdischen Aktivitäten, von denen viele zeitlich begrenzt waren. Daran kann man die Vergänglichkeit dieses Treibens sehen, das nicht endet, sich aber fortwährend wandelt. Das Buch ist ein Panoptikum dieses Wandels und der Menschentypen, die ihn tragen.



Daniela Bode-Jarsumbeck

Rosane Kraniche
Ein Kriminalroman aus dem Eichsfeld
Gebunden, 14,8 x 21,0 cm, 388 Seiten, € 19,90
ISBN 978-3-89998-377-7

Ein Sommermorgen im Eichsfeld: auf einem Hof wird ein junges Mädchen ermordet aufgefunden. Wie nur konnte eine solche Tat geschehen? Kommissar Wagner und seine Assistentin Rittmeier von der Kriminalpolizei Duderstadt versuchen dem Geschehen auf die Spur zu kommen. Es stellt sich dabei heraus, dass sie sich auf eine Zeitreise bis weit in die Vergangenheit begeben müssen, um einem seit Langem in der Dorfgemeinschaft verschwiegenen Zerwürfnis auf die Spur zu kommen. Derweil schlägt der Mörder erneut zu …
In der von Rapsfeldern und Pferdekoppeln geprägten Landschaft der Rosanen Kraniche werden Themen wie der Umgang mit persönlicher Schuld und vermeintlich gerechter Rache ebenso verhandelt wie die Sehnsucht nach einem Ankommen im eigenen Leben.

Zur Autorin Daniela Bode-Jarsumbeck
Die aus dem Eichsfeld stammende Autorin ist promovierte Slavistin, Osteuropahistorikerin und Germanistin. Nach längeren Auslandsaufenthalten in England, Frankreich, Polen und Russland hat es sie nach Süddeutschland gezogen. Dort lebt und arbeitet sie mit ihrem Mann und den gemeinsamen Kindern.



Herwart Pittack (Hrsg.)

Plattdeutsches Lesebuch
taum Schmökern un Schnöckern
tausamensöcht un herutgäben von Herwart Pittack
Broschur, 14,8 x 21,0 cm, 180 Seiten, 14,90 €
ISBN 978-3-89998-381-4

Wat kann man mit de plattdüütsch Sprak allens utdrücken! Wi wier dat gistern un wi is dat hüt? Dat „Lesebuch“ will 'n Oewerblick gäben. Na Reuter wür in't Paradies Plattdüütsch räd. Na de babylonische Sprakenverwirrung bild'te sik in't 12. un 13. Johrhunnert dat Mittelniederdüütsche herut. („Sachsenspiegel“). Dörch de Luthersche Bibeloewersettung wür Hochdüütsch tau de Beamten- un Pasturnsprak. Dit har Utwirkungen up den Gebruk von 't Plattdüütsche, besonners för de „schräben Schrift“. Oewer uppen Dörpen, in de lütten Städte, in bestimmte Gewarf, z. B. Seelüd, bleef Platt vörherrschend. Dat de olle Fritz mit siene Soldaten ut Bramborg Platt spraken hett, is weniger bekannt. Dat 19. Johrhunnert wier 'n Höhepunkt för de plattdüütsche Literatur (Groth, Reuter, Brinkmann, Stillfried u. a.). Tau 'n „Lesebuch“ gehürt ok, dat man bi Fählers von de annern meckert. Oewer eins blifft: „Wenn du nich weitst, ob ‚mir‘ orrer ‚mich‘, räd Plattdüütsch mien Soehn, denn verspräkst di nich“.



Paul Rehfeld

Goldfieber
Roman
Broschur, 14,8 x 21,0 cm, 262 Seiten, 16,90 €
ISBN 978-3-89998-379-1

Dieser Roman erzählt die wechselvolle Geschichte eines Diebstahls. Einhundert Kilogramm Gold verschwinden im Frühjahr 1997 über Nacht aus einem russischen Tresor.
Die Story beginnt im sibirischen Kolyma-Gebirge. Ihre spannende Fortsetzung findet sie im deutsch-polnischen Grenzgebiet an der Oder bevor sie in einer Hafenstadt an der Ostsee endet.
Eine Gruppe von drei Männern und zwei Frauen hat nicht nur der Zufall zusammen geführt. Die fünf stammen aus Russland und Polen sowie einem kleinen Dorf im Oderbruch. Mit dem gestohlenen Gold verfolgen sie einen gemeinsamen Plan. Bei seiner Umsetzung hapert es jedoch, es tun sich ungeahnte Schwierigkeiten auf mit Polizei, Mitmenschen und Natur.
Ein großes Problem ist die Oder. Im Sommer `97 führt der Fluss extremes Hochwasser. Dieses Risiko macht manches Kalkül der Abenteurer zunichte und rüttelt das gewohnte Leben im Oderbruch tüchtig durcheinander.
Zu guter Letzt erweist sich das Gold als das, was es schon immer war und ewig bleibt. Ein Objekt der Begierde! Für die einen der große Trugschluss für die anderen die Verheißung des Glücks.



Magdalena Binder

Unter den Akazien
Banater Familienchronik
Roman
Broschur, 14,8 x 21,0 cm, 448 Seiten, 22,90 €
ISBN 978-3-89998-378-4

Marianne Pfaffenrad, die ältere Tochter des Wagenbauer Georg Pfaffenrad, Nachkomme eines Elsässer Auswanderer Stammes aus dem Jahre 1772, lernte beim Tanz Georg Renault , Schlosser aus Deutsch-Sanktpeter, kennen und heiratete ihn. Ihr neues Leben schenkte ihr glückliche Tage, doch irgendwann stellte der 1. Weltkrieg sie auf eine lebenslange Prüfung: Georg muss in den Krieg und lässt sie mit vier Kinder ihrem Schicksal allein. Wird er wieder kommen? Kann Marianne die große Familie erhalten?



Pavol Rankov
In unmittelbarer Nähe
Erzählungen
Übersetzung aus dem Slovakischen von Roland Schmieger
Broschur, 14,8 x 21,0 cm, 180 Seiten, 16,90 €
ISBN 978-3-89998-376-0

Pavol Rankov (*16.09.1964) debütierte im Jahr 1995 mit dem Erzählband In zeitlichem Abstand, für den er den Ivan-Krasek-Preis erhielt. Seine zweite Sammlung Wir und sie / sie und wir erschien 2001. Übersetzungen von Erzählungen aus diesen Büchern sind in Anthologien und Zeitschriften in Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Polen, Österreich, Rumänien, Schweden und Italien erschienen. 1997 erhielt er den europäischen Literaturpreis Premio Jean Monnet.

2008 gab Rankov mit Es geschah am ersten September (oder ein andermal) sein Debüt als Romanautor, 2011 folgte der Roman Mütter, 2013 der Erzählband Auf der anderen Seite, 2017 der Roman Orte, die nicht auf der Karte stehen und 2018 der Roman Die Legende von der Zunge.



Jürgen Beuschel
Hochzeit in Las Cañas
Erzählungen
Hardcover, 21,5 x 13,5 cm, 232 Seiten, 16,90 €
ISBN 978-3-89998-373-9

Jürgen Beuschel schlägt in seinen drei Geschichten sowohl ernste als auch humorvolle Töne an. Im Mittelpunkt stehen dabei stets zutiefst menschliche Bedürfnisse, Träume und Verhaltensweisen, konfrontiert mit den oft überraschenden Tücken und Schwierigkeiten des Alltags.
So schildert er in der ersten Erzählung mit einem Augenzwinkern, wie sich der Leiter eines örtlichen Angelclubs einer Schar an tierischen und menschlichen Widersachern gegenüber sieht. Ob Fischreiher, die ewig mahlenden Mühlen der Bürokratie, moderne Technik oder Umweltschützer – sie alle scheinen für den unbändig engagierten und schon etwas betagten Protagonisten eine nur schwer zu überwindende Herausforderung zu sein und lassen ihn oft an der Sinnhaftigkeit seiner Anstrengungen zweifeln.
Die zweite Geschichte erzählt von einem stolzen Vater, dessen Sohn sich ein neues Leben in Südamerika aufbauen will. Sie lässt den Leser an den Reflexionen des Vaters teilhaben, der sich plötzlich – das Zurückgelassen werden im Alter vor Augen – mit der Thematik des Auswanderns auseinandersetzen muss.
Auf eine Reise in den Iran, eine der ältesten Wiegen menschlicher Zivilisation, nimmt uns der Autor in der dritten Geschichte mit. Ein be- und verzaubernder Gesang in einer Moschee berührt den Erzähler zutiefst. Das nachhaltige Klangerlebnis lässt ihn über die Wirkung von Musik im ideologischen und historischen Kontext sinnieren.



Jan De Piere
Auf zu neuen Ufern in den Fläming
Historischer Roman
Broschur, 12,5 x 19,0 cm, 204 Seiten, 12,90 €
ISBN 978-3-89998-356-2

Im 12. Jahrhundert hatten Albrecht der Bär und Erzbischof Wichmann große Teile der ehemaligen germanischen Regionen jenseits der Elbe zurückerobert. Die slawischen Völker, die dort lebten, wurden entweder dezimiert oder geduldet. Die neuen Machthaber brauchten aber fleißige Bauern und Handwerker um das Land zu bevölkern, und die fanden sie vor allem in Flandern. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts zogen zahllose flämische Familien in das Gebiet jenseits der Elbe, wo sie als freie Unternehmer eine neue Existenz aufbauten.
Das ist alles lange her, aber das Gebiet mit dem Namen Fläming südwestlich von Berlin erinnert noch an die Einwanderung der Flamen. Wie war das damals? Wie ist man gereist? Wie haben die Einwanderer ihre neuen Dörfer gebaut? Der Autor macht das anschaulich an Hand von zwei Erzählungen. In der ersten reist eine flämische Familie aus dem 21. Jahrhundert in den Fläming, und zugleich erleben die Familienmitglieder in einem Videofilm wie eine Familie aus ihrem Dorf an der belgischen Küste um 1170 auswandert und sich in der Nähe von Jüterbog niederlässt. In der zweiten Geschichte gründen Flamen aus Lichtervelde in Flandern ein neues Dorf Lichterfelde zwischen Jüterbog und Dahme. Es sind jeweils junge Leute, die die Geschichte tragen. Auch in der zweiten Erzählung ist der 21. Jahrhundert nicht weit weg, da die Hauptfigur Anna von Zukunftsvisionen überfallen wird, die ihr Angst machen. Dennoch gelingt es ihr und ihrer Familie im Osten eine neue Existenz aufzubauen.
Vor diesem historischen Hintergrund erleben die Auswanderer viele Abenteuer, schöne und traurige Momente, wie üblich in einem Menschenleben. Die Geschichte eignet sich für Leser aller Generationen, sie können sich mitreißen lassen vom einfachen Erzählstil und dem Humor, mit dem die Auswanderung beschrieben wird. Der Autor Jan De Piere ist selbst ein Flame, der seine Bücher aber häufig in deutscher Sprache schreibt und sich im Fläming sehr gut auskennt.



Vadim Fadin
Wer nach den Wolken schaut

Broschur, 12,5 x 17 cm, 244 Seiten, 12,90 €
ISBN 978-3-89998-370-8

Dieser Sammelband präsentiert erstmals für deutschsprachige Leser das vielseitige Schaffen des in Berlin lebenden, bekannten russischen Lyrikers und Schriſtstellers Vadim Fadin. Der Band zeigt eine Auswahl seiner Werke in verschiedenen Genres: die Novelle „Wer nach den Wolken schaut“, Auszüge aus Romanen, Essays und natürlich Gedichte.
Das Buch enthält zudem eine Rezension von Ilse Tschörtner zum Roman „Sieben Bettler unter einer Bettdecke“ sowie einen Artikel des Dichters und Gelehrten M. Plastow über den philosophischen Gehalt von Fadins Prosa und Lyrik. Im Anhang findet sich ein Text über den literarischen Salon „Bei Fadins“. Vadim Fadin ist Mitglied des International PEN-Clubs, des Moskauer Schriſtstellerverbands und des Verbands Deutscher Schriſtsteller (VS). Er wurde in Moskau geboren und lebt seit 1996 in Berlin.
In Russland erschienen von ihm vier Gedichtbände („Wege der Bäume“, „Der Strich“, „Der Faden des Daseins“, „Das versinkende Gedächtnis“), vier Romane („Das Heulen der Hirten“, „Sieben Bettler unter einer Bettdecke“, „Schnee zum Verkauf im Süden“, „Der Knabenchor“), und Prosabände („O Mozart, Mozart!“, „Die Umstände des doppelten Lebens“, „Die Landschaſt im Fenster vis-à-vis“ und „Mädchen auf den Ball“). Vadim Fadin erhielt den Aldanow-Preis 2008 für beste russische Novelle (New York) und das Ehrendiplom „Silberne Letter“ für „sorgsamen Umgang mit der russischen Sprache“ (Sankt Petersburg). Er ist Träger der Medaille „Für besondere Verdienste“ und des Ordens „Silberner Adler“.


 
Karola Beck
Kulissenwechsel
Roman
Broschur, 14,8 x 21 cm, 22,90 €
ISBN 978-3-89998-368-5

Eine Geschichte von Krieg und Vertreibung, von Entwurzelung und der Suche nach neuen Werten und von einer erschreckenden Skrupellosigkeit.
Von der arisierten Wohnung in Schlesien bis zum Stasiapparat in Ostberlin durchläuft Mechthild, an deren Denk- und Handlungsweise sich ein Stück deutscher Geschichte sehr anschaulich schildern lässt, alle Etappen, die Segel immer nach dem Wind ausgerichtet, der von oben pfeift. Aus dem Blickwinkel eines Kindes allerdings, das bei allem Drill seine eigenen Prioritäten setzt, werden fanatische Eiferei und rotgefärbtes Wortgeklingel zur völligen Groteske und bringen die Verlogenheit eines ganzen Systems sichtbarer zum Ausdruck als jede noch so massive Anklage.

Eine Persiflage? Gewiß, doch vor allem ist es die Geschichte eines betrogenen Kindes, das auf seine Weise nach der Wahrheit sucht.



Zlatimir Kolarov
Mitternachtsetüden
Novellen
Aus dem Bulgarischen von Rumjana Zacharieva
Gebunden, 13,5 x 21,5 cm, 220 Seiten, 16,90 €
ISBN 978-3-89998-363-0

Die Protagonisten großer Schriftsteller sind die kleinen Leute. Die Sprache der großen Literatur ist natürlich und ehrlich, auch selbstkritisch – sie ist keine Qual, sondern ein Vergnügen für den Leser und für den Übersetzer. Gemessen an diesen Kriterien, ist der Autor Zlatimir Kolarov einer der Großen nicht nur der bulgarischen Literatur! Sieben geheimnisvolle Schick- sale, sieben Novellen mit nicht voraussehbarem Ende, sieben Stückchen brillanter Literatur, die uns Einblicke auch ins Liebesleben älterer Menschen gestatten.

Unkonventionelle Protagonisten mit unkonventionellem Benehmen und un- konventionellem Dasein.   -Angela Dimcheva – Lyrikerin, Literaturkritikerin, Journalistin

Gebrochene Schicksale ungebrochener Menschen.   -Dimitar Christov – Dichter

Europäische Literatur Klasse 1a.   -Borislav Boychev – Schriftsteller



Margarete Hoffend

Die fremde Frau
Erzählungen
Gebunden, 13,5 cm x 21,5 cm, 324 Seiten
16,90 €, ISBN 978-3-89998-357-9
 
Zum Buch
Was bringt eine Frau dazu, ihren Mann zu töten, ohne eine Mörderin zu sein ... Was nötigt eine treue Frau, ihren eifersüchtigen Mann zu betrügen ... Was geht einem kleinen Jungen durch den Kopf, als er auf einen alten Mann trifft, der seine Eltern und Geschwister im Holocaust verloren hat ...
Die Erzählungen handeln von Ängsten und Einsamkeiten der Menschen, ihren Kämpfen, sich in einer rauen Welt behaupten zu müssen, ihren Sehnsüchten, angenommen und geliebt zu werden.

"Das Buch ist in meinen Händen und hat auch schon in mein Herz gefunden ..."

-Paul Gulda, Pianist, über "Die fremde Frau" an die Autorin

Hören Sie hier eine der Erzählungen: Angst - gelesen von David Denemark (Youtube)
 
Zur Autorin
Margarete Hoffend wurde in Köln geboren und lebt seit 1984 in Berlin. Sie ist als Musikpädagogin und Autorin tätig. Bücher im ANTHEA VERLAG: Aschenruf / Gedichte (2019), Der betörende Schmerz der Sehnsucht / Roman (2020).


Lyrik


Marion Hartmann / Imad Al Suliman

freedenslieder
Gedichte gegen den Krieg
Broschur, 12 x 19 cm
69 Seiten, 16,90 €
ISBN 978-3-89998-401-9

In dem vorliegenden Gedichtband widmet sich Marion Hartmann dem Ukraine-Krieg und anderen häufig vergessenen und medial weniger beachteten Konflikten – wie z.B. in Afghanistan und Syrien. Mit ihren Gedichten verdeutlicht die Autorin eindrucksvoll, wie sie selbst die derzeitigen Konflikte wahrnimmt. Dabei zeugen ihre vielseitigen Verse von der immerwährenden Gefühlsambivalenz, die Kriege im Menschen auszulösen vermögen. Während sich in den traurig-klagenden Gedichten die eigene Ohnmacht vor der Brutalität und Unmenschlichkeit des Krieges zeigt, spiegeln andere Gedichte die Empörung über die Verantwortlichen des Konfliktes wider, die – wie in jedem Krieg – das Bluten und Sterben den weniger Privilegierten überlassen.



Loreta Schillock, Drita Ademi (Hrsg.)
Përtej harrimit - Jenseits des Vergessens
Albanische Gegenwartslyrik
Broschur, 14,8 x 21,0 cm
121 Seiten, 19,90 € / 1200 All
ISBN 978-3-89998-400-2 

Diese zweisprachige Ausgabe präsentiert jeweils ein ausgewähltes Gedicht von sechsunddreißig albanischsprachigen Dichtern. Die lyrischen Perspektiven, Meditationen, wehmütigen Erinnerungen und poetischen Gemütsverfassungen der hier versammelten Künstler beschreiben insbesondere die Liebe, den Schmerz, die Trauer und den Verlust geliebter Menschen.
Herzergreifende Verse sind in prägnanter Weise der Frau als Kultfigur in der albanischen Kultur gewidmet. So sehr sich das thematische Spektrum dieses Lyrikbandes über die Liebe hinaus erstreckt und andere Bereiche poetischer Themen berührt, bleibt doch die Liebe die zentrale Achse, um die sich die Welt der Gedichte dreht.
Die Gedichte erklingen wie Gesang in originellen Variationen als künstlerische Polyphonie, als Vielfalt poetischer Stimmen. Unvergessliche Momente nehmen den Leser mit auf eine spirituelle Reise durch die Labyrinthe der menschlichen Seele. Die Gedichte sind ein lyrisches Präludium der eigenen Art zur Anerkennung menschlicher Erkenntnis und Selbsterkenntnis.



Margarete Hoffend
Nachtwache
Gedichte
Gebunden, 12,5 x 21 cm, 159 Seiten, 12,90 €
ISBN 978-3-89998-380-7

Der Gedichtband Nachtwache ist ein machtvolles Zeugnis bedingungsloser Liebe im Versuch, das Gleichgewicht auf dem Hochseil der Hingabe zu halten, um sich nicht verstoßen im Abgrund der Trauer wiederzufinden.
Margarete Hoffend wurde in Köln geboren und lebt seit 1984 in Berlin. Sie ist tätig als Musikpädagogin und Autorin.



Herwart Pittack

Plattdüütscher Flickenteppich
Sprüche, Riemels un Geschichten
Broschur, 12,5 x 17,0 cm, 54 Seiten, 7,90 €
ISBN 978-3-89998-382-1

HACKELS

Min Pegasus is stief un lahm,
und wenn ik drup to sitten kam,
spornier em to so'n lütten Draf,
denn duckt dat Diert un smitt mi af.
Nu sitt ik mit den Stütz in'n Sand,
'ne Göpps vull Hackels in de Hand,
nehm't Herrschaften dat fründlich an,
dit's allens, wat ik geben kann.

Karl Tiburtius

Quelle: Passig, W.: Plattdeutsches Dichterbuch
für Pommern, Elmenhorst 2016.



Christian Dörr

Buddha in Nachbars Garten
Gedichte
Broschur, 12,5 x 21,0 cm, 100 Seiten, 9,90 €
ISBN 978-3-89998-375-3

Ich kann ihn nicht mehr ab
diesen adipösen Liebling der Massen
diesen billigen Schmuck-Eremiten
im Bambuswäldchen
diese blöde grinsende Birne
auf gerecheltem Kies
diesen Orang Ytong der Gewerbegebiete
und Baumärkte

Mein Vorschlag zur Güte

Still und unerkannt wie das Christkind
durch sämtliche Vorgärten streifen
Stadtteil um Stadtteil Statue um Statue

Buddha Om Buddha

mit nem Vorschlaghammer
die Fresse polieren



Sophie-Charlotte

Can you feel it?
Collections of Poems – eine Autobiografie über das Erwachsenwerden
Hardcover, 19,0 x 12,0 cm, 176 Seiten, € 19,90
ISBN 978-3-89998-374-6

sophie-charlotte ist psychologie studentin, hundebesitzerin und ehemalige deutsche meisterin. hauptsächlich ist sie jedoch ein kleiner teil einer großen generation; ein sich immer veränderndes puzzlestück. so erzählt ihr gedichtband autobiografisch vom erwachsenwerden: dem guten, dem schlechten und all den grauzonen. vom herumirren und sich finden, von angst und euphorie. die künstlerische gestaltung gab schilberz an ihre freund*innen und bekannten ab, sodass ein buntes, chaotisches und von freund*innen gestaltetes werk entstand - eben wie erwachsenwerden sich anfühlt.



Angela Dimcheva
Nadelstiche im Traum
Aphorismen, Gedichte und lyrische Fragmente
Das Buch ist zwischensprachig - Deutsch und Bulgarisch.
Übersetzung aus dem Bulgarischen von Rumjana Zacharieva
Gebunden, 13,5 x 21,5 cm, 156 Seiten, 14,90 €
ISBN 978-3-89998-367-8

Beispielhaft gelungene Aphorismen wie „Die Poesie ist die ansteckendste Krankheit, die nur noch mit mehr Poesie geheilt werden kann“, „Der Aphorismus ist der Langlauf auf der Piste der Kürze“, „Erst wenn du versuchst zu fliegen, verstehst du,  dass die Welt zu eng ist“ usw. Intelligente Gedichte, getragen von erfrischender Metaphorik und Sinnlichkeit („Orpheus“, „Guillotine“ u.v.a.). Lyrische Fragmente aus der Feder der Lyrikerin, Literaturkritikerin und Journalistin A. Dimcheva, die uns Einblicke in Gefühls- und Geistesleben des modernen (nicht nur) bulgarischen Wesens gewähren, wie das hier: „Der heutige Leser (der Zuschauer) sucht nur noch eine `Tablette` Information. Hätte er noch das Denkpotenzial für die Aufnahme ernstzunehmender Kunst? Das fragen sich heute die Künstler in unserem Land. Die Experten organisieren sogar wissenschaftliche  Diskussionen zum Thema. Und während sie einander rhetorische Fragen stellen, breitet sich die Tschalga (die Musik der Türsteher, Bodyguards und Prostituierte) auf allen Stufen der Kultur aus, die Unkultur…Nackt genug und gut bezahlt.“

… Dieser Sammelband ist ein Wagnis unter zwei Deckeln mit dem Namen „Nadelstiche im Traum“, gekleidet von der Autorin in unverstellter, moderner Sprache. Angela Dimcheva ist eine der vielseitigen und engagiertesten Literaturschaffenden Bulgariens.



Jürgen Beuschel

Verdichtung der Gefühle
Lyrik
13,5 x 21,5 cm, Gebunden, 148 Seiten, 12,90 €
ISBN 978-3-89998-372-2

Es bedarf wohl der Kenntnis der Distanz zwischen Liebe und Hass, jung und alt, Lüge und Wahrheit, dem Jetzt und Später, Traum und Wirklichkeit, Verzweiflung und Zuversicht, scheinheilig und aufrichtig oder jener in Raum und Zeit, um das Böse im Guten zu zeigen, die Nähe in der Ferne zu sehen, die Zukunft im Vergangenen zu deuten, das Komplizierte einfach zu erklären oder die Jugend im Alter aufzuspüren und um vor allem das jeweilige Miteinander zu verstehen.
Dann könnte es gelingen, auch die Vielfalt und Nuancen der Gefühle auf den Punkt zu bringen, sie in wenigen Worten auszudrücken, in einer Strophe anklingen zu lassen und mit dem Gedicht eine Botschaft zu vermitteln.

Vielleicht kann man das „Verdichtung der Gefühle“ nennen.

Es war einen Versuch wert, dies zu tun:
ernsthaft, ironisch, authentisch, demütig, lustig, traurig, leise und laut, zweifelnd, den Finger gelegentlich in die Wunde legend und auch dem lyrischen Ich eine Chance gebend.


Kunst


Vera Feyerherd
Tagebuchblätter aus sechs Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts
Lyrik, Prosa, Illustrationen
Gebunden, 14,8 x 21 cm, 132 Seiten, 29,90 €
ISBN 978-3-89998-343-2

In diesem sehr persönlichen Tagebuch aus sechs Jahrzehnten Leben und Überleben in einem Deutschland zwischen Zweitem Weltkrieg und wiedervereingtem Deutsch- land hat die Autorin, Künstlerin und Germanistin DR. VERA FEYERHERD eine wunderbare und einmalige Collage aus Lyrik, Prosa und Illustrationen geschaffen, die das 20. Jahrhundert sehr gut charakterisiert.
Sie schrieb in ihren Tagebuchaufzeichnungen am Sonntag, 15. April 1945:
"Heute war mein 21. Geburtstag. Am Nachmittag begann unser Haus zu beben. Ununterbrochen hörte man das Heulen der Katjuschas. Die Offensive an der Oder hatte begonnen. Jetzt werden uns die Kriegsereignisse wohl überrennen."
Sie schildert die Ruhe und Schönheit der Welt, mit Familien und Natur in Friedens- zeiten und stellt dem als Gegenpol das Schicksal und die Gefühle der Menschen im Krieg und in der Nachkriegszeit gegenüber, die Millionen Deutsche und Europäer bis heute prägen. Die tiefe Friedenssehnsucht der Autorin ist in jedem Satz und künstlerischen Ausdruck in diesem Buch zu entdecken!


Historische Raritäten
edition RARA AVIS

hrsg. von Martin A. Völker



Wilhelm Müller
Der Dreizehnte und andere Dichtungen
Herausgegeben von Maria-Verena Leistner.
Mit Scherenschnitten von Elke Sieg.
Broschur, 12,5 x 19,0 cm, 210 Seiten, 9,90 €
ISBN 978-3-89998-334-0

Zum Buch
Der Mythos, der der Zahl 13 anhaftet, hat den Dichter Wilhelm Müller (1794-1827, genannt „Griechen-Müller“) zu einer dramatisch verlaufenden Lebensgeschichte angeregt. Der als 13. Kind einer Bergarbeiterfamilie geborene Bernhard Sölling leitet anfangs für sich eine Sonderrolle daraus ab, wird zum Außenseiter und fühlt sich von der Zahl fortan schicksalhaft verfolgt.
Wilhelm Müller (1794–1827) ist heute kein Unbekannter. Seine Lieder der Griechen oder die Zyklen Die schöne Müllerin und Die Winterreise in der Vertonung durch Franz Schubert haben ihn unsterblich gemacht.
Etwas vergessen und mit großem Gewinn zu entdecken sind seine Novelle Der Dreizehnte, die an den Romantiker Ludwig Tieck erinnert, sowie die Muscheln von der Insel Rügen und seine Tafellieder für Liedertafeln.
Eine Lektüre voller Spannung und Wendungen.



Uwe Hentschel (Hg.)
Zelters Reisebriefe
Broschur, 12,5 x 19,0 cm, 306 Seiten, 14,90 €
ISBN 978-3-89998-339-5

Als Goethe nach 1816 Weimar kaum noch verließ, schien es, als habe er seinen engsten Freund, den Berliner Baumeister und Komponisten Karl Friedrich Zelter, dafür ausersehen, für ihn als ein „Odysseischer Vagabund“ die ‚Welt‘ zu erkunden. Die Briefe, in denen der Reisende informativ, anschaulich und mit viel Humor über seine Erfahrungen in der Fremde berichtete, hielt Goethe für so interessant, dass er sie eigens kopieren ließ und sogar deren Veröffentlichung erwog, wozu es jedoch nicht kam; sie erschienen bislang nur im Rahmen des umfangreichen Goethe-Zelter-Briefwechsels.
Mit dem vorliegenden Band wird nun nach 200 Jahren Goethes Wunsch erfüllt; die hier versammelten Reisebriefe Zelters sind es wert, von uns neu entdeckt zu werden. Ein ausführliches Nachwort bemüht sich um die literaturgeschichtliche Einordnung der Reisedokumente.

„Es geht daraus hervor, daß du niemals liebenswürdiger und mittheilender bist als unterwegs [...].“
[Goethe an Zelter, 9. Januar 1827

Einen ganz eignen Reiz haben [...] deine Reiseberichte und zwar einen doppelten: dem wackern Manne hat sich der Architekt und der Musiker zugesellt, und der Bereich dieser Societät ist gar nicht auszumessen.“
[Goethe an Zelter, 9. Juni 1827]

„Übrigens sind auch die Briefe von Zelter keineswegs nur in ihrer Beziehung auf Goethe merkwürdig und lesenswert, sie sind zum großen Teil an sich selber voll Interesse, voll Gescheitheit, Charakter und einer munteren, oft prächtig frischen Darstellungskraft, namentlich die Briefe von den größeren Reisen.“
[Hermann Hesse: „Briefwechsel zwischen Goethe und Zelter“ (1919), in: H. H.: Gesammelte Werke. Bd. 12, hg. v. Volker Michels, Frankfurt a. M. 1970, S. 187

„Gerade aus der Intensität und Individualität der Wahrnehmung und Darstellung entsteht das Repräsentative der Briefe Zelters. Je eigenständiger der Autor schreibt, je weniger er sich auf literarische Konventionen verläßt, desto natürlicher wirkt, was er schreibt, desto durchlässiger wird es für Anthropologisches, desto kunstvoller in einem bestimmten Sinn erscheinen auch die Briefe.“ 
[Bettina Hey`l: Der Briefwechsel zwischen Goethe und Zelter. Lebenskunst und literarisches Projekt, Tübingen 1996, S. 142f.]


edition #tf19

FONTANE - 200 JAHRE

Seit dem Jubiläumsjahr 2019 von Theodor Fontane (1819-1898) publizieren wir eine kleine und feine Edition mit sehr selten veröffentlichten Texten von ihm in einer mehrbändigen Ausgabe bis zum I. Quartal 2021.
Herausgegeben von Martin A. Völker

„In dem Gebiete der poetischen Erzählung verdient Theodor Fontane rühmende Erwähnung, dessen Gedicht Von der schönen Rosamunde (Dessau 1850) in ebenso anmuthiger wie gewandter Form leichte Versguirlanden um die tragische Geschichte schlingt. Das ist ein lustiges poetisches Schlittschuhlaufen auf glatter Eisfläche, nichts Holpriges, freilich auch keine Überfracht an Gedanken.“
Rudolf Gottschall

„Um als Lyriker der Liebe produktiv zu sein, war Theodor Fontane, banal ausgedrückt, zu monogam veranlagt.“
Paul von Szczepanski




Theodor Fontane
Tod am Schipkapass
Literarische Sedimente
Mit einem Vorwort von Kurt Tucholsky
Broschur, 12,5 x 19,0 cm, 242 Seiten, 12,90 €
ISBN 978-3-89998-277-0

„Seit über zwanzig Jahren genießt er die Ehren eines toten Dichters, zweimal in Marmor ausgehauen, in einer würdigen Gesamtausgabe beigesetzt, in unzähligen Studien auseinandergesetzt und neuerdings wieder zusammengesetzt in einer umfänglichen Lebensbeschreibung, die keine Papiernot zugibt. Und trotz ausgiebiger offizieller Behandlung so lebendig, so persönlich vorhanden, als ob er mitten im Plaudern sein eigenes Sterben übersehen hätte und immer weiter redete mit jenem ironisch lässigen und doch melodiösen Tonfall, den es nur einmal auf der Welt gegeben hat.“
Arthur Eloesser über Fontane 1919



Theodor Fontane
Auf nach Freienwalde!
und andere Wandergeschichten
Herausgegeben von Detlef W. Stein

Mit einem Nachwort von Martin A. Völker
Broschur, 12,5 x 19,0 cm, 316 Seiten, mit 46 Fotos,
großem aktuellen Serviceteil zu Bad Freienwalde, 9,90 €
ISBN 978-3-89998-304-3

Zum Buch
Fontane zeigt uns in den vorliegenden Texten zu Freienwalde und Umgebung eine echte, erdige, lebensvoll-dynamische Schönheit, die aus Begegnungen mit Menschen und Natur, aus Farben, Gerüchen und Geschmacksrichtungen zusammengesetzt ist. Ein Heimat-Buch im besten Sinne.

In Ergänzung zu den Fontane-Texten bietet das Buch einen sehr ausführlichen Anhang zur Stadtgeschichte von Freienwalde, eine Auswahlbibliographie und eine Übersicht prominenter Gäste im Kurbad des 19. Jahrhunderts, sowie viele interessante Webseitenhinweise.


Edition Lessinghaus

hrsg. von Martin A. Völker

Zur Edition
Wie kein anderer Name steht der Name Lessings in Berlin für eine Kunstaffinität, eine Bildungs- und Humanitätstradition, die über das 18. ins 21. Jahrhundert reicht. Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781) weilte während seines letzten Aufenthalts in Berlin 1765 bis 1767 im Haus Am Königsgraben 10. Es gehörte dem Kupferstecher und Verleger Johann David Schleuen (1711–1771) und befand sich bis zum Abriss am 3. Oktober 1910 in der Nähe des Bahnhofs Alexanderplatz. Anfang 1908 wurde dort das Lessing-Museum eingerichtet, welches wenige Tage nach dem Abriss des Gebäudes im Nicolaihaus in der Brüderstraße 13 wiedereröffnet wurde. Mit dem Lessing-Museum waren auch verbunden die Lessing-Gesellschaft und die berühmte Lessing-Hochschule, die bis zu ihrer Gleichschaltung und Zerschlagung während der NS-Zeit tausende Berliner Hörer verzeichnen konnte.
Der Anthea Verlag unterhält eine Dependance in dem heutigen Lessinghaus, einem mit einer Lessing-Gedenktafel versehenen Nachbau im Nikolaiviertel, Nikolaikirchplatz 7. Dieser Ort ist ebenso geschichtsträchtig: zwischen 1752 und 1755, während seines zweiten Aufenthalts, wohnte Lessing beengt im 2. Stock des alten Fachwerkbaus Nikolaikirchplatz 10, von wo aus er mit seinen Freunden Moses Mendelssohn (1729–1786) und Friedrich Nicolai (1733–1811) verkehrte.
Die Edition Lessinghaus pflegt die Traditionslinien und das Erbe Lessings in Berlin.

Zum Herausgeber der Edition
Martin A. Völker, geboren 1972 in Berlin. Dr. phil., Kulturwissenschaftler und Ästhetiker. Nach langjähriger Lehrstuhlassistenz am Seminar für Ästhetik der Berliner Humboldt-Universität arbeitet er heute als Publizist und Lektor, Dozent und Sciencecoach. Seit 2016 wirkt er als Gastprofessor für Germanistik an der Universität Stettin. Völker schreibt Essays zu vergessenen Autorinnen und Autoren der Literaturgeschichte des 18., 19. und 20. Jahrhunderts, deren Werke er neu herausgibt, daneben Lyrik und Kurzprosa. Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland, im Internationalen PEN-Club sowie in der europäischen Autorenvereinigung „Die Kogge“ (Hansestadt Minden). Zuletzt erschienen als Editionen mit Völkers Essays: Katarina Botsky: In den Finsternissen (2012); Katarina Botsky: Krähendämmerung (2014); Peter Baum: Im alten Schloß (2015); Gerhard von Amyntor: Eine moderne Abendgesellschaft. Plauderei über Antisemitismus (2016).

 

Band 2
Gotthold Ephraim Lessing
Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück
Gebunden, 12,0 x 19,0 cm, 238 Seiten, 2 Illustrationen von Franz Peters, 16,90 €
ISBN 978-3-943583-69-4


edition Europa 2go

hrsg. von Martin A. Völker

https://sharingheritage.de/projekte/buchreihe-europa-2go

Zur Edition
Der Anthea Verlag nimmt das von der Europäischen Kommission ausgerufene Europäische Kulturerbejahr 2018 zum Anlass, eine neue Reihe zu beginnen: In der Reihe Europa 2go [sprich: Europa-to-go] werden kürzere Texte zu Ländern und einzelnen Städten Europas sowie schriftstellerische Extrakte zu europäischen Werten und zum geistigen Kulturerbe veröffentlicht. Die Reihe gewährt Einblicke in das europäische Denken, Dichten und Reisen.Eine Vielzahl von Autoren wurden nach vielen Jahrzehnten wiederntdeckt, die ohne Zweifel zur zur literarischen Schatzkammer Europas gehören.

Gemäß des Länderschwerpunkts der Leipziger Buchmesse 2018 behandeln die ersten drei Bände dieser Reihe das Land Rumänien: Im ersten Band wird ein stimmungsvoller Bericht wiedergegeben, der im Jahr 1882 als Bilder aus Rumänien erstmals erschien. Die heute unbekannte Autorin Adelheid Bandau beschreibt die Stadt Bukarest, das bunte Treiben des Jahrmarkts, die religiösen Orte und Feste, die Riten und Untiefen des Alltags. Sie endet mit der feierlichen Königskrönung des rumänischen Herrscherpaares im Mai 1881. Der zweite Band der Reihe enthält Erinnerungen und Essays der rumänischen Königin Elisabeth zu Wied (1843–1916), die unter dem Pseudonym Carmen Sylva vor allem Gedichte, aber auch Prosatexte und Dramatisches schrieb und in ihrer Zeit als bedeutende Schriftstellerin gefeiert wurde. „Von jedem Buche“, bemerkt sie 1907, „behält man meistens einen Satz“, und die vorliegende Zusammenstellung ist eine wahre Schatzkammer solcher Sätze der Lebenskunst, der Weisheit und inneren Einkehr, der schmerzhaften Krisen und der Hoffnung. Der dritte Band der Reihe Europa 2go versammelt Texte des 1889 verstorbenen rumänischen National- und Meisterdichters Mihai Eminescu. In besonderer Ausdeutung begegnet dem Leser die von deutschen Schriftstellern vorgeprägte Romantik: die Blaue Blume, die Naturbegeisterung sowie die enttäuschte Liebe und das Leiden am Leben. Die nihilistische Tendenz bei Eminescu, die das Grundgefühl der Moderne ausmacht, ist immer poetisch-schön.

Alle Bände sind mit einem Nachwort versehen, das die wesentlichen Informationen zu den Autoren, den ausgewählten Texten und ihren Kontexten prägnant wie essayistisch aufbereitet.

Diese Reihe wird mit Autoren aus Ost- und Westeuropa fortgesetzt.



Ksaver Sandor-Gjalski
Poesie der letzten Dinge
Novellen
Broschur, 12,0 x 17,0 cm
180 Seiten, 9,90 €
ISBN 978-3-89998-337-1




Albanische Märchen
Bär und Derwisch
Broschur, 12,0 x 17,0 cm
164 Seiten, 9,90 €
ISBN 978-3-89998-338-8


Edition Berliner Leben


Hans Hyan
Jesellschaftspiele
Berliner Erlebnisse
Broschur, 12,5 x 19,0 cm, 200 Seiten, 9,90 €
ISBN 978-3-89998-293-0

Zum Buch
Man muss kein Kriminalpsychologe sein, um die Berliner zu verstehen, es wäre aber durchaus hilfreich.
Wenn einer zudem über literarische Kraft verfügt, sieht der heutige Leser Berlin als Stadt der kleinen Leute und Halbweltgestalten, der Dienstmädchen und Polizisten plastisch vor sich.
Der Schriftsteller Hans Hyan (1868–1944) hat beides zu bieten: die kriminalistische Expertise und die künstlerische Fähigkeit. Als "Zille der Feder" lässt er das zwielichtige Berlin seiner Zeit aufleben.
Wiederentdeckt und herausgegeben von dem Literaturarchäologen Martin A. Völker.



Wilhelm Raabe
Die Chronik der Sperlingsgasse
Broschur, 12,0 x 19,0 cm, 342 Seiten, 14,90 €
ISBN 978-3-943583-76-2

Zum Buch
In seiner Chronik der Sperlingsgasse zeigt Wilhelm Raabe, was Berlin war und immer sein wird: die Stadt der kleinen Leute und großen Sehnsüchte. In Berlin durchdringen sich die hellsten Wunschträume und die dunkelsten Realitäten. Aus dieser poetischen Liebesumarmung widerstreitender Elemente geht der wunderbare melancholische Humor hervor, für den Raabe steht.


Sachbücher


Ulrich Hannemann
ZARATHUSTRA
Fünf Texte des Zend-Avesta
Bun-Dehesch, Vendidad, Izeschne, Vispered, Si-Ruze
Broschur, 17 x 24 cm, 444 Seiten, 29,90 €
ISBN 978-3-89998-389-0

Mit der Neuausgabe des Zend-Avestas liegen nach mehr als zweihundert Jahren erstmals wieder die heiligen Schriften der Religion Zarathustras in lesbarer deutscher Sprache vor.

Sie haben bereits weit vor unserer Zeitrechnung die Konzepte von Himmel, Hölle und Paradies, von der Auferstehung der Toten, von Sünde und Vergebung, vom Teufel und von den Engeln beschrieben und dürften damit auch weitreichenden Einfluss auf die Ausgestaltung sowohl der jüdischen als auch der christlichen Lehre genommen haben.



Marita Kapust
PREUSSEN 1230-1800
Zur Entwicklung einer Gesellschaft im europäischen Raum
Broschur, 14,8 x 21,0 cm, 392 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-89998-366-1

Das Heilige Römische Reich, Preussen, das Dritte Reich mit seinen Opfer-Täter-Geschichten, und dann auch noch die DDR – viele Deutsche verzichten lieber ganz auf ihre Ahnen, mit denen eh kein Staat zu machen ist, im wahrsten Sinne des Wortes. Es sei denn, man gehört zu den Glücklichen mit hugenottischen, Schweizer oder Salzburger Vorfahren. Doch wie war das, als die Menschen noch mehrere Sprachen sprechen konnten und ihnen ihre Nationalität nicht so wichtig war? Und warum lernten preussische Herrscher nicht nur Französisch, sondern auch Polnisch?
Marita Kapust beschäftigt sich mit dem Landescharakter von Ost-/ Preussen und den Prägungen seiner Bewohner, vom Ordensstaat bis zum Preussen Friedrich des Großen. Entstanden ist ein leicht verständliches Sachbuch, das sich an junge Leute mit Interesse an europäischer Geschichte ebenso richtet wie an Ältere, die sich für das Land ihrer Vorfahren interessieren oder generell die Chronik von Preussen tiefergehend erkunden möchten.



Christian Booß (Hg.)
Hotspots der Friedlichen Revolution 1989/90 in Berlin
Ein Stadtführer mit und ohne Fahrrad durch Prenzlauer Berg und Mitte
Broschur, 12,5 x 19,0 cm, 88 Seiten, 7,00 €
ISBN 978-3-89998-354-8

Die wichtigen Oppositionsgruppen der DDR, die vor rund 30 Jahren die SED-Herrschaft in Frage stellten, sind auf nur wenigen Quadratkilometern im Prenzlauer Berg und Berlin-Mitte entstanden; die wichtigsten Köpfe, die 1989 vor 30 Jahren nach einem Ausweg aus der Krise der DDR suchten, wohnten dort. Sie stellten die meisten Oppositionsvertreter am Zentralen Runden Tisch, der Wege aus der Krise suchte und den Übergang zur Demokratie sicherte.

Der Stadtführer, der zur Erkundung zu Fuß oder per Fahrrad anregt, gibt einen ersten Einblick in die damalige oppositionelle Subkultur von Ostberlin und führt zu historisch interessanten Orten der damaligen Oppositionsbewegung.



Luboš Jurík
Der kurze Frühling des Alexander Dubček
Übersetzt aus dem Slowakischen von Simon und Eva Gruber.
Mit einem Vorwort von Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D.
Roman, Broschur, 14,8 x 21,0 cm, 606 Seiten, 16,90 €
ISBN 978-3-89998-301-2

Eine Rezension zum Buch aus der Slowakei
Dubček und seine Geschichte

Anton Hykisch
http://www.noveslovo.sk/c/Dubcek_a_jeho_pribeh

"Alexander Dubček ist zweifellos der berühmteste Slowake. Er ist untrennbar mit dem historischen Jahr 1968 verknüpft, das nicht nur unsere Geschichte, sondern die Geschichte Europas beeinflusst hat.
Für meine Generation sind die Ereignisse der Jahre 1968 – 1969 nicht bloß Geschichte, sondern Teil unseres persönlichen Lebens. Ich selbst habe versucht, diese Zeit in einem autobiographischen Roman zu beschreiben.
Der Prosaschriftsteller Ľuboš Jurík hat sich nun der nicht einfachen Aufgabe gestellt, die Lebensgeschichte des Politikers Dubček, der ja ursprünglich genau dem Klischee des eingefleischten kommunistischen Funktionärs entsprach, in ein Buch zu gießen. Jurík wählt dafür das literarische Genre des politischen Romans, in dem sich die Beschreibung der Fakten mit literarischer Fiktion überschneidet. Er konzipierte den Roman als Dubčeks Erzählung in der ersten Person. Dubčeks Dialogpartner ist der Arzt im Krankenhaus, in dem sich der Politiker nach seinem schweren Autounfall befindet. Dieser Arzt setzt Dubčeks Meinungen seine eigene Stimme entgegen.
Zweite Gesprächspartnerin ist eine Krankenschwester, die für die jüngere Generation steht. Sie weiß vom Jahr 1968 fast nichts und hat zu Dubčeks Wirken keinerlei Beziehung.
Dubčeks Geschichte, mit dem Schlüsseljahr 1968, steckt voller Paradoxien und Widersprüche. Wie konnte aus dem professionellen kommunistischen Funktionär, geschult in der UdSSR, ein Verfechter der Demokratisierung und ein Symbol für den gesamtgesellschaftlichen Widerstand gegen das Diktat Moskaus werden? Wie konnte im Sommer 1968 dieser kommunistische Apparatschik die tschechische und slowakische Nation um sich einen, sodass ihn ein Teil der Kommunisten hasste und Millionen Nichtkommunisten unterstützten?
Dubčeks Aufstieg wies Züge auf, die sich von den Ereignissen in den anderen Satellitenstaaten (Ugarn 1956, Polen 1981) unterscheiden. Er wollte auf unblutigem Weg durch schrittweise Transformation Veränderungen von oben erreichen. Sicher spielten dabei auch die historischen Traditionen eine Rolle. Denn „von oben“ kamen auch die Reformen Maria Theresias und Josefs II.
Jurík beschreibt detailgenau den Machtkampf, den Dubček und seine Leute an zwei Fronten führen mussten. Zum einen im Inneren der Partei, zum anderen mit der Moskauer Zentrale. Der Schatten des bewaffneten Einmarsches hing von Anfang an über Dubčeks friedlicher und etwas naiver Vorstellung vom „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“. Bis heute drängen sich Fragen auf, ob man den Einmarsch hätte vermeiden oder wenigstens hinauszögern können, welche Rolle einige unüberlegte Aktionen der tschechischen liberalen Elite spielten usw. Jurík hat diese Ereignisse genau erfasst.

Das Buch ist auch eine Chronik des Scheiterns, das sowohl auf den äußeren Druck als auf persönliche Eigenschaften zurückzuführen war. Wir lesen auch von Dubčeks nichtöffentlichen Protestversuchen, von den Gründen, warum er die Charta 77 nicht unterschrieb hat, und wie sein Leben im Visier der Geheimpolizei aussah. Der letzte Teil des Buchs handelt von Dubčeks Comeback nach dem November 1989, von seiner eigenartigen Beziehung zu Václav Havel, der Wiederbelebung der Sozialdemokratie und den triumphalen Auslandsreisen. Es ist auch ein Dokument der Ratlosigkeit, wenn der Kapitalismus alles niederwalzt und die Vision eines „dritten Weges“ in weite Ferne rückt. Für viele in der Slowakei bleibt bis heute unbegreiflich, warum Dubček sich so ablehnend zur Unabhängigkeit der Slowakei stellte.

Auf kluge Weise vermittelt das Buch Dubčeks zeitlose Charaktervorzüge, vor allem seine Menschenfreundlichkeit. Er war human, warm, glaubte an das Gute im Menschen. Das erhebt ihn über seine Fehler und sein Versagen.
Juríks politischer Roman füllt eine Leerstelle, die professionelle Historiker schon längst hätten beseitigen sollen. Wie wir schon bei anderen Anlässen gesehen haben, fehlen uns leider Bücher, die sich auf vielschichtige Weise mit den zentralen Personen unserer Geschichte auseinandersetzen – ganz anders als in Ungarn, Tschechien, Polen. Daher fällt es den slowakischen Schriftstellern zu, die Lücken zu füllen, die unsere Wissenschaft, von den Massenmedien ganz zu schweigen, auch im letzten Vierteljahrhundert nicht zu schließen wusste. In diesem Sinn ist Juríks Roman sehr verdienstvoll und inspirierend.
Er verdient die Aufmerksamkeit der Leser.


edition Bulgarische Visionäre
Herausgegeben von Detlef W. Stein


WASSIL LEWSKI (1837–1873)
Revolutionär – Freiheitskämpfer – Nationalheld
Gebunden, 13,5 x 21,5 cm, 84 Seiten
mit 54 Fotografien und Illustrationen
gr. Bibliographie, 12,90 €
ISBN 978-3-89998-346-3

Zum Buch
Eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der über 1300-jährigen Geschichte des bulgarischen Staates ist Wassil Lewski aus der Stadt Karlowo im Rosental. Er war eine der zentralen Figuren des bulgarischen Befreiungskampfes gegen die osmanische Herrschaft im 19. Jahrhundert.
Lewski verknüpfte in seiner Arbeit als Publizist, Gesellschaftstheoretiker und Revolutionär (west-)europäische Werte und die besten Traditionen des bulgarischen Volkes in exemplarischer Weise. Er steht mit seinem Leben und Werk in bester europäischer Tradition für Emanzipation, Freiheit und einer demokratischen Staatsform. Als ideologisch-politischer Führer der Widerstandsbewegung ab 1868 trat er für eine schnelle Unabhängigkeit der bulgarischen Gebieten ein – und für die Gründung eines eigenen demokratischen Staatswesens in einem zukünftigen Bulgarien.
Der Band gibt Auskunft über sein Leben und die Zeit der "nationalen Wiedergeburt" ab Mitte des 19. Jahrhunderts in Karlowo.
Es werden die wichtigsten Orte in der Stadt kurz vorgestellt. Und der Anhang wird durch eine Übersicht zur deutsch- und englisch- sprachigen Literatur, sowie weitere wichtige lokale Informationen ergänzt.

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